Yuki Kishimoto (Carmen) und Wataru Shimizu (Don José). Foto: Bettina Stöß
Yuki Kishimoto (Carmen) und Wataru Shimizu (Don José). Foto: Bettina Stöß

Essen. „Jeder Mensch, der Interesse hat, sollte Zugang zur Kultur haben“, so die Überzeugung der beiden Essener Ballettintendanten Armen Hakobyan und Marek Tůma, die seit gut einem Jahr gemeinsam das Aalto Ballett Essen leiten. Das war der Impuls, mit Audiodeskription und Tastführung in dieser Spielzeit Ballett auch für blinde und seheingeschränkte Tanzbegeisterte erlebbar zu machen. Ausgewählt haben sie dafür das Erfolgsballett „Carmen“ von Johan Inger, das ab 26. Februar wieder im Aalto-Theater auf dem Programm steht.


Dieses inklusive Angebot, das der Freundeskreis der Theater und Philharmonie Essen mit einer Spendenaktion unterstützt, gibt es zunächst für die „Carmen“-Vorstellungen an drei Terminen. Bei diesen drei Vorstellungen beschreiben ausgebildete Sprecher live über Kopfhörer während der Aufführung die Vorgänge und Geschehnisse auf der Bühne. Und zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn sind alle, die die Audiodeskription wahrnehmen möchten, eingeladen, an einer Tastführung mit Bühnenbegehung teilzunehmen. Kostümteile, Perücken, Requisiten und Teile des Bühnenbildes können ertastet sowie Bewegungen kennengelernt werden und Mitarbeitende sowie Künstler des Aalto-Theaters beschreiben ihre Arbeit an der Produktion.

30 Minuten vor der Vorstellung erfolgt die Ausgabe der Audiogeräte im Aalto-Foyer (eigene Kopfhörer mit mini-Klinken-Anschluss können mitgebracht werden). Bei Bedarf werden die Teilnehmenden an den Bus- oder Straßenbahnhaltestellen des Aalto-Theaters durch einen Abhol- und Begleitservice abgeholt. Assistenzhunde dürfen mitgebracht werden und sollten beim Buchungsprozess angegeben werden.

Zum Inhalt: Carmen, von allen Seiten umschwärmt und begehrt, trifft auf den Soldaten Don José, der ihren Verführungskünsten verfällt und sich rettungslos in sie verliebt. Seine Liebe aber engt sie ein und so gibt sie sich dem nächsten Abenteuer hin, während Josés Eifersucht wächst und unausweichlich ins Verderben führt.

Die Geschichte Carmens, der Titelheldin von Bizets unsterblicher Oper, fasziniert seit Jahrzehnten. Die Fragen, die der Stoff aufwirft, sind vielfältig und bis heute inspiriert die fatale Dreiecksgeschichte Kunstschaffende jeder Gattung. Die Compagnie des Aalto Ballett Essen erzählt den Mythos der vermeintlichen „femme fatale“ in der eindringlichen Choreografie Johan Ingers. Der schwedische Star-Choreograf rückt Don José sowie dessen Liebeskummer und krankhafte Obsession für die selbstbestimmte Carmen ins Zentrum des Abends.

Vorstellungen mit Audiodeskription gibt es am Donnerstag, 26. Februar, ab 19:30 Uhr sowie am Samstag, 21. März, und Samstag, 6. Juni, jeweils ab 19 Uhr. Es ist ein Platzkontingent für Teilnehmende der Audiodeskription eingerichtet. Tickets gibt es unter anderem unter 0201 81 22-200.