Das Mo.Ki-Zentrum, städtisches Haus für Kinder- und Jugendhilfen und Sitz der Interdisziplinäre Frühförderung der Lebenshilfe, war in diesem Jahr Schauplatz des Neujahrsempfangs. Foto: Lebenshilfe
Das Mo.Ki-Zentrum, städtisches Haus für Kinder- und Jugendhilfen und Sitz der Interdisziplinäre Frühförderung der Lebenshilfe, war in diesem Jahr Schauplatz des Neujahrsempfangs. Foto: Lebenshilfe

Kreis Mettmann. Zentrale Fragen des Sozialstaats haben im Mittelpunkt des traditionellen Neujahrsempfangs der Lebenshilfe Kreisvereinigung Mettmann gestanden. Der Fokus der Veranstaltung lag auf den wachsenden Herausforderungen und den daraus resultierenden Konsequenzen für die Wohlfahrtspflege.


Steigende Kosten, zunehmende Anforderungen und zugleich unsichere finanzielle Rahmenbedingungen sorgen für eine strukturelle Verunsicherung, die soziale Träger bundesweit vor große Aufgaben stellt. Auch die Lebenshilfe Kreisvereinigung Mettmann ist von diesen Entwicklungen betroffen. Die Unsicherheit erschwert nicht nur langfristige Planungen und die Weiterentwicklung von Angeboten, sondern wirkt sich vor allem auf die Lebensrealität von Menschen mit Beeinträchtigung und ihren Familien im Kreis Mettmann aus.

Im Mo.Ki-Café in Monheim trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen und Interessenvertretungen aus dem gesamten Kreisgebiet auf Einladung der Lebenshilfe zum Austausch. In guter Tradition warf Nicole Reinhold-Dünchheim, Vorstandsvorsitzende der Vereinigung, einen Blick auf das zurückliegende Jahr, das für die Lebenshilfe von zahlreichen Herausforderungen geprägt war. Im Mittelpunkt standen dabei die schwierigen Verhandlungen mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) über die Refinanzierung gestiegener Personalkosten.

Christian Woltering, Vorstand des Paritätischen NRW, ordnete die strukturellen Probleme in seinem Impulsvortrag in einen größeren gesellschaftspolitischen Zusammenhang ein. „Der Sozialstaat ist nicht überfordert, weil er zu viel leistet“, sagte Woltering. „Er ist überfordert, weil seine Steuerungslogik und seine operative Umsetzung zunehmend dysfunktional werden.“ Besonders kritisch sei, dass der wachsende Druck immer stärker auf die Träger sozialer Arbeit verlagert werde. „Sie müssen die Folgen politischer und administrativer Entscheidungen ausbaden“, so Woltering. Die Leidtragenden dieser Entwicklung seien nicht zuletzt die Menschen, die auf Unterstützung und verlässliche Angebote angewiesen sind.

Neben politischen und finanziellen Rahmenbedingungen ist es vor allem das Engagement einzelner Menschen, das soziale Arbeit trägt und weiterentwickelt. Ein sichtbarer Ausdruck dafür war die Ehrung von Dieter Trappe. Für seine langjährigen ehrenamtlichen Verdienste zeichnete Nicole Reinhold-Dünchheim den Monheimer mit der Ehrenmedaille und Ehrennadel der Lebenshilfe aus. Den musikalischen Rahmen des Empfangs gestalteten in diesem Jahr Yuli, Lena und Johanna als Querflöten-Trio der Musikschule Monheim.