Düsseldorf. Viele Menschen haben sich in den zurückliegenden Tagen und Wochen über stark verteuerte Salatgurken gewundert. Diese kosteten im Dezember rund 43 Prozent mehr als im November.
„Es gibt klare Gründe, etwa das kalte Wetter in Spanien und den Niederlanden”, sagt Christiane Kunzel, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW. „Bei dem ganzjährig üppigen Angebot vergisst man schnell, dass viele Gemüsesorten derzeit keine Saison haben.“ Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt deshalb Alternativen.
Im Winter haben unter anderem Grünkohl und Rosenkohl Saison. Kombiniert werden können diese Gemüsesorten zum Beispiel mit sogenannter Lagerware wie Kartoffeln, Möhren, Rot-, Weiß- oder Spitzkohl oder Porree. Lagerware sind Gemüse- oder Obstsorten, die im Herbst geerntet wurden und über den Winter gelagert und verkauft werden können. Mit dieser Strategie ergeben sich günstige Gerichte wie eine Rosenkohl-Kartoffel-Quiche, ein Wirsing-Eintopf oder Kürbis und Kartoffeln vom Blech, mit denen man Aubergine, Brokkoli, Fenchel, Blumenkohl oder Paprika mal links liegen lassen kann. Man muss sich jedoch nicht auf diverse Kohlsorten beschränken. Auch Feldsalat und Rucola sind zu Jahresbeginn frisch aus der Region zu haben, etwa aus geschütztem, ungeheiztem Anbau. Sie schmecken auch als grüner Superfood-Smoothie. Ebenso frisch erhältlich aus der Region sind rote Bete, Radicchio, Steckrüben oder Pastinaken. Zusammen mit Hülsenfrüchten, wie beispielsweise Linsen oder Bohnen, wird daraus eine gute Eiweißquelle.
Winter-Rezepte: Quiche oder Wurzelgemüse
Saisonal und preiswert sind im Winter zum Beispiel verschiedene Quiche-Varianten wie etwa eine Rosenkohl-Kartoffel-Quiche mit einem Boden aus Mehl und zerdrückten gekochten Kartoffeln, oder eine Wirsing-Quiche, eine Wurzelgemüse-Lasagne, mit Grünkohl gefüllte Canelloni, eine Pastinaken-Pizza oder Kürbis und Kartoffeln vom Blech mit Knoblauchdip.
“Regional einzukaufen, hat viele Vorteile”, so die Verbraucherzentrale NRW: Regionale Gemüse- und Obstsorten seien oft frischer und aromatischer als weit gereiste Produkte.
“Wer im Winter Trauben, Himbeeren, Mangold, Kohlrabi, Spinat oder Zucchini kauft, bekommt Obst und Gemüse aus weiter Entfernung oder aus geheizten Anlagen – beides verbraucht viel Energie”, hieß es.
Einen Umweltvorteil haben regionale Produkte jedoch nur, wenn sie Saison haben und im Freiland, unter Folie oder in unbeheizten Gewächshäusern erzeugt werden. Erdbeeren oder Tomaten, die im Winter in beheizten Gewächshäusern angebaut werden, sind besonders klimaschädlich, selbst wenn sie aus der Region stammen. Zudem sind heimische Produkte meist weniger mit Pflanzenschutzmitteln belastet als importierte Ware. Wer regional einkauft, stärkt zusätzlich noch heimische Betriebe. Obstkonserven und Tiefkühlgemüse verursachen ebenfalls mehr Treibhausgase als die saisonalen, unverarbeiteten Varianten aus der Region. Deshalb ist es empfehlenswert, neben der Regionalität immer auch auf Saisonalität zu achten. Gurken, Tomaten, Paprika und Co. sind in der Saison meist deutlich günstiger.


