
Mettmann. Im Jahr 2025 ist es für “Neue Wege” gut gelaufen. Der Verein hat bewährte und einige neue Projekte umsetzen können.
Immer wieder konnten sich die Vereinsmitglieder und der Vorstand über Spenden freuen – allein im Dezember konnten die Kassierer ein Plus von 1.200 Euro verbuchen, teilt der Verein mit. Zudem sei die Resonanz in den Medien in 2025 außergewöhnlich gut gewesen.
Im Verein Neue Wege mit Sitz in Mettmann arbeiten Haupt- und Ehrenamtliche zusammen, um Angebote für straffällig gewordene Jugendliche zu planen, zu organisieren und umzusetzen. Alle Hauptamtlichen vertreten die Jugendgerichtshilfen der Städte Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Mettmann und Wülfrath. „Uns geht es darum, möglichst passgenaue Projekte für die Jugendlichen zu finden. Mit ihren Straftaten haben die Jugendlichen auch einen gesellschaftlichen Schaden angerichtet, den sie über die Projekte wenigstens zum Teil wieder gutmachen können“, so Silvia Böhm, Vorsitzende des Vereins. Zu den Projekten, über die das besonders gut gelingt, zählen die Umweltprojekte, die in den Oster- und Herbstferien durchgeführt werden. „Prävention ist uns mindestens ebenso wichtig“, ergänzt Bärbel Habermann, stellvertretende Vorsitzende.
Die beiden Vorsitzenden sprechen aus langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Es gibt viele tolle Ideen für Projekte im Jahr 2026. Das Thema „Theater“ könnte eine besondere Rolle spielen. Gerade im Bereich Prävention und Aufklärung gibt es viele tolle Konzepte, die sich mit ganz unterschiedlichen Themen wie den Grenzen der Straffälligkeit oder auch dem sehr unter die Haut gehenden Problem der Loverboys beschäftigen. Das Thema „Loverboys“ trifft auch bei Eltern einen Nerv, denn hier versuchen Männer junge Frauen (aber auch Jungen) durch Vortäuschen einer Liebesbeziehung emotional an sich zu binden, um sie später der Prostitution zuzuführen.
Die neuen Ideen sollen nicht zu Lasten der bereits etablierten Projekte gehen. So will der Verein auch in 2026 das Graffiti-Projekt und die bereits erwähnten Umweltprojekte anbieten. Auch Antiaggressionstrainings in Gruppen will der Verein weiter finanzieren. Diese Trainings sind kostspielig, aber auch enorm wichtig, um Jugendlichen neue Perspektiven zu geben. Wer die Wahl hat, muss priorisieren. Im nächsten Schritt werden die Kosten abgeschätzt. Was folgt, ist der möglicherweise schmerzhafte Prozess der Entscheidung – denn alle Projekte wird der Verein auch aus finanziellen Erwägungen in 2026 nicht wuppen können.

