
Mettmann. Die nächste Krise kommt bestimmt – ob Cyberangriff, Pandemie, Starkregen, längerer Stromausfall oder ein ganz anderes Ereignis. Wann und in welcher Form Krisen eintreten, lässt sich nicht vorhersagen.
Die Stadtverwaltung hat sich deshalb aktiv und konstruktiv in das bundesweite Projekt der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) eingebracht und freut sich, jetzt den Abschlussbericht „Kommunen in der Krise: Krisen erfolgreich bewältigen“ (KGSt Bericht 4/2026) in den Händen zu halten. Die KGSt ist ein von Städten, Gemeinden und Landkreisen gemeinsam getragener Fachverband für kommunale
Managementthemen mit mehr als 2.650 Mitgliedern. Besonders hervorzuheben ist die interdisziplinäre und deutschlandweite Zusammenarbeit, die das KGSt-Projekt
„Kommunen in der Krise“ geprägt hat: In der Projektgruppe arbeiteten Verwaltungspraktikerinnen und -praktiker aus Großstädten, Mittelstädten, kleinen Gemeinden, Universitäten, Landes- und Bundesbehörden aus unterschiedlichen Bundesländern und aus den verschiedensten Fachbereichen eng zusammen.
„Genau diese Vielfalt macht den Bericht so wertvoll“, sagt Bürgermeister André Bär. „Es wurde in der Projektgruppe auch sehr offen über die besonderen Herausforderungen
kleiner und mittlerer Kommunen gesprochen: begrenzte finanzielle Spielräume, extrem knappe personelle Ressourcen und daher oft nur wenige oder gar keine hauptamtlichen
Stellen für spezialisierte Themen wie Krisenmanagement.“
Die Stadtverwaltung hat eigene Praxiserfahrungen, Erkenntnisse und die Perspektive mittelgroßer Kommunen aktiv in die Projektarbeit eingebracht, berichtet Marco
Baumann als KGST-Projektteilnehmer und Abteilungsleiter Zentrale Dienste der Stadtverwaltung. Das Ergebnis ist ein sehr praxisnaher, umsetzungsorientierter Leitfaden, der allen Kommunen hilft.
Besonders wichtig ist die Fähigkeit, rechtzeitig vom Normalbetrieb in eine sogenannte „besondere Aufbauorganisation“ zu wechseln – also in speziell eingerichtete Krisenstrukturen, die eine schnelle, abgestimmte und fachübergreifende Entscheidungsfindung ermöglichen. „In einer echten Krise reichen die normalen
Verwaltungsabläufe nicht mehr aus“, so Bürgermeister Bär. „Dann braucht es klare Führungsstrukturen, schnelle Entscheidungen und ein abgestimmtes Vorgehen über alle
Ämter hinweg.“
Gleichzeitig macht die Stadtverwaltung klar: Auch mit dem besten Krisenmanagement kann eine Kommune in einer großen Krise nicht jeden einzelnen Haushalt vollständig
versorgen oder alle privaten Versorgungslücken schließen. Deshalb spielt die persönliche Vorsorge und die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger eine zentrale Rolle.
„Je besser jede und jeder Einzelne vorbereitet ist, desto gezielter können wir unsere ohnehin begrenzten Kräfte dort einsetzen, wo Hilfe wirklich nicht selbst organisiert werden
kann“, betont Bürgermeister Bär. Für Bürgerinnen und Bürger empfiehlt die Verwaltung
ergänzend die frei zugänglichen Informationen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Dort finden sich praxisnahe Hinweise zur persönlichen Krisenvorsorge, unter anderem im Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“.

