Velbert. Der Rat hat am 24. März das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für das „Quartier U“ einstimmig beschlossen. Darauf weist die Stadt Velbert hin.
Erstmals liegt nun ein umfassender strategischer Fahrplan für die Weiterentwicklung eines innenstadtnahen Quartiers vor. Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern und neue Perspektiven für das Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben zu schaffen.
Das rund 57 Hektar große Quartier mit etwa 3.800 Einwohnerinnen und Einwohnern weist sowohl Potenziale als auch Herausforderungen auf. Es erstreckt sich entlang des PanoramaRadweg niederbergbahn, der Hohenzollernstraße, der Kolpingstraße sowie der unteren Friedrichstraße und schließt somit einzelne Bereiche der Nordstadt sowie der nördlichen Innenstadt bis hin zum Von-Böttinger-Platz ein. Neben dem Sanierungsbedarf bei zahlreichen Gebäuden fehlen attraktive Grün- und Aufenthaltsflächen, zudem besteht eine erhöhte Hitzebelastung durch viele versiegelte Flächen. Dennoch bietet die zentrale Lage des „Quartier U“ gute Entwicklungschancen.
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger als Grundlage
Grundlage des Konzeptes ist eine breite Beteiligung von Bürgerschaft, Politik, Verwaltung sowie lokalen Akteuren. Auch Kinder und Jugendliche wurden gezielt beteiligt. Die zukünftige Entwicklung des Quartiers steht unter dem Leitmotiv „Wohnen. Leben. Wirken.“:
Wohnen: Verbesserung der Gebäudesubstanz und Schaffung moderner Wohnangebote
Leben: Aufwertung des Wohnumfelds und Stärkung des sozialen Miteinanders
Wirken: Förderung wirtschaftlicher Aktivitäten, insbesondere im kreativen Bereich
Insgesamt wurden hierbei 28 Projekte entwickelt, die das Quartier nachhaltiger und für alle attraktiver machen sollen. Dazu zählen unter anderem die Aufwertung von Grünflächen, Spielplätzen und zentralen Plätzen. Gleichzeitig wird die Mobilität im Quartier verbessert: Die Anbindung an den PanoramaRadweg niederbergbahn wird ausgebaut und die Friedrichstraße wird zur Fahrradstraße umgebaut. Im Bereich Wohnen soll ein Fassadenprogramm private Investitionen anstoßen, während parallel sanierungsbedürftige Gebäude modernisiert, Problemimmobilien gezielt angekauft und ein kommunaler Entwicklungsfonds eingerichtet werden. Zusätzlich wird ein Quartierszentrum eingerichtet, in dem die Bürgerinnen und Bürger aktiv ihre Nachbarschaft mitgestalten können. Ergänzt wird dieses durch ein Manufakturzentrum für Kreativangebote, die Weiterentwicklung kultureller Orte sowie zusätzliche Bildungsangebote. Die Steuerung und Umsetzung des Gesamtprojekts wird durch ein Quartiersmanagement koordiniert, das als zentrale Anlaufstelle dient.
Die Gesamtkosten für die geplanten Maßnahmen im „Quartier U“ belaufen sich auf rund 35,9 Millionen Euro. Etwa 13,2 Millionen Euro entfallen auf Projekte, die die Stadt ohne Unterstützung von Bund oder Land umsetzen wird. Die übrigen Maßnahmen, mit einem Volumen von rund 22,7 Millionen Euro, können voraussichtlich durch die Städtebauförderung bezuschusst werden. Bei einem erwarteten Fördersatz von 70 Prozent werden die kommunalen Eigenmittel auf etwa 6,8 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen private Investitionen von rund 1,47 Millionen Euro. Zusätzlich prüft die Stadt laufend weitere Finanzierungsquellen und Förderprogramme, sodass der Anteil der Fördermittel künftig noch steigen kann.
Im nächsten Schritt wird die Förderung vorbereitet und einzelne Projekte konkretisiert. Der erste Förderantrag ist für September 2027 geplant. Damit sind die Weichen gestellt, um das „Quartier U“ in den kommenden Jahren Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und langfristig als attraktiven Wohn-, Arbeits- und Lebensort zu stärken


