
Velbert. Die Fundamente stehen bereit und die Sperrung der Güterstraße ist seit Freitag, 10. April, eingerichtet, doch ob der geplante Brückenschlag pünktlich stattfinden kann, ist derzeit ungewiss. Schwierigkeiten bei der Routenplanung für den Koloss aus Stahl sorgen dafür, dass sich der Brückentransport verzögern könnte.
Die Technischen Betriebe Velbert (TBV) haben die vorbereitenden Arbeiten für die neue Radwegebrücke an der Güterstraße in Velbert-Mitte erfolgreich abgeschlossen. Fundamente und Stützpfeiler stehen bereit. Auch das Herzstück des Projekts – der rund 35 Meter lange und etwa 40 Tonnen schwere Brückenüberbau aus Stahl – ist im Werk in Hamm fertiggestellt. Dennoch bleibt der genaue Termin für die „Brückenhochzeit“ vorerst unter Vorbehalt, denn die endgültige Genehmigung für den Schwertransport ist noch offen.
Die Stahlkonstruktion wurde von der Firma Hoffmeier Industrieanlagen gefertigt. Während dort Bauteile von über 60 Metern Länge problemlos via Schiff über die “Lippe” verladen werden können, stellt der Landweg nach Velbert eine Herausforderung dar. „Hier macht sich die marode Infrastruktur bemerkbar“, erklärt André Hackbeil, Projektleiter bei den TBV. Insbesondere „abtonnagierte“ Brücken auf der Strecke – also Bauwerke, die wegen Mängeln nur noch geringe Lasten tragen dürfen – erschwerten die Routenplanung für den rund 65 Tonnen schweren Transport, weiß der Ingenieur. Dabei sind die TBV selbst nicht für den Transport verantwortlich. Man sei aber in engem Kontakt mit allen Beteiligten, so Hackbeil. Gemeinsam werde derzeit intensiv an einer Lösung gearbeitet, die Brücke schnell nach Velbert zu bekommen.
Geplanter Ablauf und nach dem Eintreffen der Brücke in Velbert
Ursprünglich sahen die Planungen vor, dass der Schwertransport in der Nacht auf Montag in Hamm startet. Die Strecke ist allerdings zu weit, um sie in einer Nacht zu bewältigen. Deshalb sind zwei Nachtfahrten angesetzt. Frühestens am Mittwochmorgen könnte die Konstruktion somit in Velbert eintreffen. Mit der Montage auf Hilfsgerüste könnte dann am Donnerstag begonnen werden.
Vor Ort werden zwei Autokräne bereitstehen, um den Koloss zentimetergenau auf die Pfeiler zu heben. Die Hilfsgerüste stützen die Brücke für einen technisch anspruchsvollen Teil der Montage: Die Verbindung der Stahlkonstruktion mit den Auflagepunkten. Die Anschlüsse müssen teilweise mit Eisen bewehrt und dann mit Beton vergossen werden. Erst wenn der Beton abgebunden und eine ausreichende Festigkeit erreicht habe, könnten die Hilfsgerüste entfernt werden, so Hackbeil zum Bauablauf. Das ist auch der Grund, warum die Güterstraße gleich für mehrere Wochen komplett gesperrt bleibt.
Auswirkungen auf den Verkehr
Die gesperrt Güterstraße sorgte am Freitag schon für Irritationen, etliche Autofahrer gerieten vor die Sperrung und mussten dort wenden. Auch wenn die Brücke wie geplant ankommt, wird die Straße absehbar für etliche Wochen gesperrt bleiben. Verschiebt sich die Anlieferung, bleibt auch die Güterstraße entsprechend länger für den Verkehr gesperrt.
Die Radwegbrücke in Velbert soll noch dieses Jahr fertiggestellt und freigegeben werden. Sie bietet dann eine Direktverbindung vom Panorama-Radweg über die Straße “In den Bieerhöfen” in die Innenstadt auf Höhe der “Kurzen Straße”.
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