
Düsseldorf. Es brodelt in Bilk, und das hat mit Jazz zu tun. Wer am Freitag und Samstag 8. und 9. Mai, seinen Fuß auf Bilker Boden setzt, dürfte an guter Musik kaum vorbeikommen, denn dann lockt das Festival “jazz City Bilk”.
Im Rahmen der Kneipen Rally öffnen am Freitag 13 Locations zwischen 19 und 22 Uhr ihre Türen. Allein im Umfeld der Bilker Allee sind an diesem Abend zehn verschiedene Acts zu erleben. Dabei sind Bands, Djs und Einzelkünstler. Mit von der Party sind Stadtteilkneipen, eine Taverne, ein Szene-Cafe, ein Weinladen, Restaurants, Bars und Clubs. „Wir gehen raus aus den bekannten Sälen und holen die Menschen quasi vor ihrer eigenen Tür ab“, sagt Marcel-Clemens, Mitorganisator von Jazz City Bilk.
Natürlich ist die Kneipen Rally eine Reminiszenz an die selige Jazz Rally, die ja einst auch in den einschlägigen Lokalitäten begann. Man trifft sich, man nimmt einen Drink mit den Nachbarn und staunt, was die Bands aus der Nachbarschaft, aber auch aus anderen Städten so zu bieten haben. All das bei freiem Eintritt. „Uns geht es vor allem um die Musik und um den Bezug zum Stadtteil. Wir wollen zeigen, dass das Gute oft näher liegt und weniger kostet als man denkt“, fügt Clemens hinzu.
Umsonst und draußen heißt es daher auch, wenn Jazz City Bilk am Samstag (9.5.) die große Bühne am Kirchplatz aufbaut. Im Schatten des imposanten Turms von St. Peter spielen zwischen 12 und 22 Uhr fünf Bands von erlesener Qualität. Da wird angeknüpft an die tollen Erfahrungen, die Jazz City Bilk im vergangenen Jahr mit der Kirchplatz-Bühne gemacht hat. Heimische Helden sind da ebenso am Start wie etwa die eigens aus Edinburgh eingeflogenen Killerhorns (18 Uhr). Headliner ist dieses Jahr die Formation Los Pipos (20 Uhr), die vor allem Freunde lateinamerikanischer Klänge erfreuen wird.
Das Prinzip „Platz da“ wird am Samstag aber nicht nur auf dem Kirchplatz gepflegt, auch vor den Düsseldorf-Arcaden, am Fürstenplatz und auf dem Friedensplätzchen wird Jazziges geboten, wenn sich die Creole Night Birds als Walking Act auf musikalische Wanderschaft begeben und der Steptanz-Nachwuchs aus der Nachbarschaft zeigt, was er kann.
Neben den kostenfreien Angeboten bietet Jazz City Bilk auch noch etliche Veranstaltungen, die für kleines Geld den Menschen im Quartier beweisen, wie nah sich Qualität und Alltag manchmal kommen können.
So ist erneut das Ballett der Oper am Rhein mit am Start. Im Balletthaus wird das Publikum selbst zum Teil einer von Live-Jazz untermalten Installation. „Für uns ist es sehr wichtig uns mit Jazz City Bilk auch für andere Kunstformen zu öffnen“, sagt Raphael Coumes-Marquet. Direktor des Balletts am Rhein.
Das gilt gleichermaßen für das Festival, denkt man an die Hildegard-Knef-Performance im Bürgerhaus Bilk und im Metropol-Kino (10.5.). Oder natürlich bei der Miles-Davis-Lesung in der Lutherkirche (10.5.), wo der als Stimme von Robert de Niro bekannte Christian Brückner mit einem Quintett Jazz und Literatur verbindet.
„Plötzlich klingt hier jede Straße – Bilk wird zur Bühne“, hieß es kürzlich, als der WDR über Jazz City Bilk berichtete. „Wir sind schon ein bisschen stolz, wie viel wir in gerade mal drei Jahren auf die musikalischen Beine gestellt haben“, sagt Clemens, und auch Düsseldorfs Kulturdezernentin Miriam Koch, die in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hat und ausdrücklich die Vielfalt des Festivals betont, ist voll des Lobes. „So entsteht ein lebendiger Klangraum, der Bilk auf ganz neue Weise erlebbar macht.“ Mehr Anerkennung geht kaum. Lasst das Brodeln beginnen.
Der Vorverkauf für „Jazz City Bilk“ ist bereits gestartet.

