Heiligenhaus. Am 22. April hatte das Jugendamt Heiligenhaus zum ersten gemeinsamen Netzwerktreffen der Bereiche Kinderschutz und Frühe Hilfen/Kinderstark in die Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums eingeladen. Insgesamt 65 Fachkräfte aus öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, Kindertagesstätten, Schulen und Schulsozialarbeit, Polizei sowie dem Gesundheitswesen sind der Einladung gefolgt.
Die Erste Beigeordnete Maike Legut eröffnete die Veranstaltung und betonte die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Gemeinsame Netzwerktreffen, so ihre Einschätzung, ermöglichen eine effektivere Nutzung vorhandener Ressourcen und stärken den fachlichen Austausch im Sinne eines wirksamen Kinderschutzes.
In das Schwerpunktthema führten die Netzwerkkoordinatorinnen Nadine Tertel und Gabriele Rautenberg ein. Sie gaben einen Überblick über unterschiedliche Erscheinungsformen digitaler Gewalt und deren zunehmende Relevanz im Alltag von Kindern und Jugendlichen.
Im anschließenden Fachvortrag beleuchtete Fachreferentin Jessica Szkodzinski von der Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz, (AJS) Landesstelle NRW e.V. insbesondere das Phänomen des Cybergroomings als Form sexualisierter Gewalt im digitalen Raum. Sie erläuterte die gezielten Strategien von Täterinnen und Tätern sowie aktuelle Entwicklungen, insbesondere die erweiterten Manipulationsmöglichkeiten durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Darüber hinaus ging sie auf die Perspektive betroffener Kinder und Jugendlicher ein und stellte zentrale Fragen nach deren Ansprechbarkeit sowie den Gründen für das häufige Schweigen der Betroffenen in den Mittelpunkt.
Im zweiten Teil ihres Vortrags stellte Szkodzinski das Präventionsprojekt „STRONG – Stark gegen Online-Gewalt und Cybergrooming“ vor. Ziel des Projekts ist es, Fachkräfte und Eltern für die Herausforderungen digitaler Gewalt zu sensibilisieren und ihnen mehr Handlungssicherheit im Umgang mit entsprechenden Situationen zu vermitteln. Daran anknüpfend stellten die Netzwerkkoordinatorinnen den anwesenden Fachkräften Handlungsoptionen in konkreten Fällen sowie präventive Projekte für die jeweiligen Arbeitsbereiche vor.
Neben den fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung ausreichend Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung.
Das Netzwerktreffen machte deutlich, dass bei den Teilnehmenden ein hohes Maß an Engagement und Bereitschaft vorhanden ist, Kinder und Jugendliche über Risiken digitaler Gewalt aufzuklären, sie wirksam zu schützen und ihre Rechte zu stärken.
Für Betroffene digitaler Gewalt oder Personensorgeberechtigte stehen die Fachkräfte des Jugendamtes als verlässliche Ansprechpartner zur Verfügung und können Unterstützung sowie Beratung zu möglichen Handlungsschritten anbieten.


