Eine Baustelle in Wülfrath. Foto: Kling

Wülfrath. Bündnis 90/Die Grünen wenden sich mit einem Brief an Dr. Schell, den Vorsitzenden der Stadtwerke Wülfrath und der Breitband GmbH. Es geht um Ärger über den Glasfaser-Ausbau in Wülfrath:


In aller Deutlichkeit, zum Teil auch mit Verbitterung, berichten uns Vertragspartnerinnen mit einem Greenfiber-Glasfaseranschluss über langsame Internetverbindungen oder länger andauernde Ausfälle des Internetzugangs. Aber auch Kundinnen mit Verträgen, die bereits vor zwei Jahren abgeschlossen wurden, berichten über nicht eingehaltene Versprechen und Vertröstungen.

Darüber hinaus gibt es Reklamationen wegen entstandener Schäden u.a. beim Verlegen der Glasfaserkabel. Von Beschädigungen bei den durchgeführten Tiefbaumaßnahmen sollen Zaunelemente, Leitungen aber auch etliche Bäume des öffentlichen Grüns betroffen sein. Fehlende Toiletten sorgten in einigen Fällen für unangenehme Begegnungen und beim Arbeitsschutz (unangemessene Arbeitskleidung, Arbeitszeitüberschreitungen) soll es in der Vergangenheit bei Subunternehmern Mängel gegeben haben, die auch bekannt sind.

Die Empörung geht bei manchen Kundinnen sogar so weit, dass es Forderungen gibt, zu einer Versammlung im Rathaus einzuladen, bei der sie dies öffentlich zur Sprache bringen können. Auch von Kündigungen bestehender Verträge, seitens der Kund*innen, hören wir.

Die Beiträge, die zuletzt in der Presse erschienen sind, haben das Voranschreiten der Arbeiten am Glasfasernetz in Wülfrath hervorgehoben, sie werden häufig kritisch kommentiert. Jedoch wird in den Pressebeiträgen wenig bis gar nicht auf die eingangs dargestellten Probleme auf Seiten der Kund*innen eingegangen, was den Stadtwerken bzw. der Breitband GmbH mit Greenfiber „im Boot“ den Ruf der Realitätsferne einbringt.

Die Ärgernisse der Kundinnen und Kunden sind größtenteils dokumentiert, sei es als Aussagen über Begebenheiten oder als Beschwerde-E-Mails. Darüber hinaus wird berichtet, dass diese E-Mails der Kund*innen zum Teil unbeantwortet bleiben oder sehr verzögert beantwortet werden. „Jede Meldung muss selbstverständlich zeitnah beantwortet werden“, so Jochen Gödde, Pressesprecher des Ortsverbandes der Grünen.

Wir denken, dass die Breitband GmbH letztlich als Auftraggeber in der Verantwortung steht, auch wenn die beauftragten Subunternehmen, Ingenieurbüros, sowie die verschiedenen Tiefbau-Subunternehmen, Verursacher von Schäden oder Verstimmungen sind. Diese komplizierten Zusammenhänge sind sicher nicht jeder Bürgerin oder jedem Bürger bekannt.

Bündnis 90/Die Grünen fänden es gut und notwendig, wenn die Wülfrather Stadtwerke zeitnah zu einer öffentlichen Versammlung einladen würden. Hier könnte den Kund*innen Gelegenheit zur Aussprache gegeben und verlorenes Vertrauen neu aufgebaut werden, denn viele, die die Greenfiber-Verträge unterschrieben haben, haben auf die Seriosität und den guten Ruf der Stadtwerke Wülfrath gesetzt.