Die Dumeklemmer-Stadthalle in Ratingen. Foto: André Volkmann
Die Dumeklemmer-Stadthalle in Ratingen. Foto: André Volkmann

Ratingen. Am 2. und 3. Juni findet in der Stadthalle Ratingen der 59. Rheinische Archivtag statt. Die auch über das Rheinland hinaus bekannte Tagung des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums zählt zu den zentralen Fachveranstaltungen für Archivarinnen und Archivare und ist 2026 Teil der 750-Jahr-Feier der Stadt Ratingen.


Mit dem diesjährigen Thema „Archive und Demokratie“ widmet sich die Veranstaltung der Rolle von Archiven in einer zunehmend komplexen und digital geprägten Gesellschaft. Archive leisten einen wichtigen Beitrag für die Demokratie: Sie sichern verlässliche Informationen, ermöglichen Transparenz und machen behördliches Handeln nachvollziehbar. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Desinformation gewinnen authentische Quellen zunehmend an Bedeutung. Der Rheinische Archivtag greift diese Entwicklungen auf und diskutiert aktuelle Herausforderungen der Archivarbeit. Im Mittelpunkt stehen Fragen von Transparenz, Vertrauen in Institutionen und historisch-politischer Bildungsarbeit. Ergänzt wird das Programm durch praxisorientierte Beiträge und Austauschformate.

Zur Eröffnung begrüßen Harald Filip, Erster Beigeordneter und Kulturdezernent der Stadt Ratingen, LVR-Kulturdezernentin Dr. Corinna Franz und Dr. Mark Steinert, Leiter des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums, die Teilnehmenden. Den Eröffnungsvortrag hält in diesem Jahr Volkan Baran, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen.

Zu den Referierenden zählen verschiedene Vertreterinnen und Vertreter staatlicher, kommunaler und kirchlicher Archive sowie weiterer Kultur- und Bildungseinrichtungen. So widmet sich Ilona Schröder, Leiterin des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Bedeutung kirchlicher Archive bei sensiblen gesellschaftlichen Fragestellungen. Mit Fragen der digitalen Transformation beschäftigen sich unter anderem Thorsten Preuss (Digitalisierung und Informationstechnik, Stadt Köln) sowie Dr. Tobias Herrmann, seit Anfang 2026 Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen. Herrmann referiert über die Online-Bereitstellung zeitgeschichtlichen Archivguts und deren Auswirkungen auf Vertrauen und Transparenz.

Zudem wird die Rolle von Archiven in der Demokratiebildung aufgegriffen. Beiträge und Gesprächsrunden widmen sich unter anderem Kooperationen mit Schulen und Gedenkstätten, regionalen Bildungsnetzwerken sowie neuen Vermittlungsformaten wie Podcasting und digitalen Bildungsangeboten. Merlin Goriß und Dr. Claudia Kauertz vom Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv stellen zudem eine Wanderausstellung vor, die sich den Müttern und Vätern des Grundgesetzes aus Essen widmet und ein archivpädagogisches Begleitprogramm enthält. Damit spiegelt das Programm die Vielfalt der rheinischen Archivlandschaft wider und bringt Perspektiven aus kommunalen, staatlichen und kirchlichen Archiven zusammen.