Ein Zug der Linie S6. Foto: Heinz
Ein Zug der Linie S6. Foto: Heinz/Symbolisch

Ratingen. Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Ratingen beantragt im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz, Klimafolgenanpassung und Mobilität, dass ein umfassender Sachstandsbericht zur anhaltend schlechten Betriebslage der S6 zwischen Düsseldorf, Ratingen und Essen mit Dringlichkeit bei der DB-Regio bzw. beim VRR angefordert wird.


Nach der Wiederfreigabe der Strecke im Dezember 2025 habe es zunächst große Hoffnungen auf einen stabilen und attraktiven Schienenverkehr gegeben. Stattdessen seien Verspätungen, Zugausfälle und chaotische Informationslagen inzwischen für viele Pendlerinnen und Pendler trauriger Alltag geworden.

Die Grünen beantragen deshalb, dass die Stadtverwaltung kurzfristig bei der DB-Regio bzw. dem VRR einen persönlichen Bericht im Ausschuss oder Rat noch vor der Sommerpause 2026 einfordert. Dieser soll insbesondere belastbare Zahlen zu Verspätungsquoten und Ausfallzeiten der S6 seit der Wiederinbetriebnahme enthalten sowie konkrete Lösungsansätze darstellen.

„Die Geduld der Fahrgäste ist inzwischen weitgehend aufgebraucht. Nach fast zwei Jahren Streckensperrung hatten die Menschen zu Recht erwartet, dass die modernisierte Strecke zuverlässig funktioniert. Stattdessen erleben Pendlerinnen und Pendler nahezu täglich Verspätungen, Totalausfälle und Schienenersatzverkehr“, erklärt Jörn-Eric Morgenroth, Sprecher für Mobilität der grünen Ratsfraktion.

Besonders problematisch sei aus Sicht der Grünen die mangelhafte Kommunikation der DB Regio. Informationen auf Bahnsteigen, in Apps und im Internet seien häufig widersprüchlich oder verspätet.

„Wer auf Bus und Bahn umsteigen soll, braucht Verlässlichkeit. Die aktuelle Situation auf der S6 sorgt jedoch für Frust statt Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr. Das schadet auch den klima- und verkehrspolitischen Zielen unserer Region“, so Morgenroth weiter.

Mit Sorge blicken die Grünen zudem auf bereits angekündigte weitere Sperrzeiten der S6 in den Jahren 2027 und 2028 im Zusammenhang mit Bahnhofssanierungen im Essener Stadtgebiet.

Die Fraktionsvorsitzende Ute Meier fordert deshalb mehr Transparenz und Konsequenz seitens der Bahn: „Die Menschen in Ratingen haben ein Recht darauf zu erfahren, warum die Probleme trotz umfangreicher Bauarbeiten weiterhin so massiv sind und wie die DB-Regio bzw. der VRR diese endlich in den Griff bekommen will. Der Zustand der S6 ist für viele Berufspendlerinnen und Berufspendler schlicht nicht mehr akzeptabel.“

Die Grünen verweisen zudem auf den zunehmenden Unmut vieler Nutzerinnen und Nutzer, der sich auch in zahlreichen Beiträgen und Kommentaren in sozialen Medien widerspiegele.

„Ein leistungsfähiger Nahverkehr ist ein zentraler Baustein moderner Mobilität. Deshalb erwarten wir von der DB-Regio bzw. dem VRR jetzt Ehrlichkeit, Transparenz und vor allem konkrete Verbesserungen“, betont Ute Meier abschließend.