
Kreis Mettmann. Mit der Unterzeichnung neuer Kooperationsvereinbarungen für das Teilprojekt „Multimo 5-7“ verstärkt der Kreis Mettmann in Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln und den teilnehmenden Grundschulen seine langjährigen Aktivitäten, den Übergang von der Kita in die Grundschule für Kinder mit psychosozialen Risiken nachhaltig zu stärken.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Kreis und der Universität besteht bereits seit 2010, aktuell befindet sich die Kooperation in der fünften Phase (Mettmanner Weg 5.0). In der ersten Runde von „Multimo 5-7“ nehmen vier Grundschulen aus dem Kreisgebiet teil. In einer zweiten Welle werden weitere sechs Schulen ebenfalls Kooperationsvereinbarungen für das Teilprojekt unterzeichnen. Von Beginn an stehen Kinder mit erhöhten psychosozialen Risiken im Fokus der Kooperation. Angestrebt wird dabei die bestmögliche schulische Inklusion.
Das neue Teilprojekt „Multimo 5-7“ verfolgt das Ziel, den Übergang von der Kita in die Grundschule für Kinder mit psychosozialen Risiken nachhaltig zu stärken. „Man muss früh ansetzen – bereits im Übergang von der Kita in die Schule – und die Kinder gezielt in den Blick nehmen, um ihnen eine optimale Förderung zu ermöglichen. Mein besonderer Dank gilt dem Schulamt und der Politik, die die Mittel für dieses Projekt bereitgestellt hat“, betont Kreisdirektor und Schuldezernent Philipp Gilbert.
Im Fokus stehen Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren, die beispielsweise bei der Schulanmeldung oder im Schulspiel durch Entwicklungsrisiken auffallen und daher besondere Unterstützung benötigen. Ebenfalls einbezogen werden Kinder, die keine Kita besucht haben oder nur sehr unregelmäßige Kita-Erfahrungen aufweisen. Prof. Dr. Thomas Hennemann, Lehrstuhlinhaber der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, unterstreicht die Bedeutung früher Förderung: 50 Prozent aller psychischen Störungen treten vor dem 15. Lebensjahr auf. 75 Prozent vor dem 25. Lebensjahr. „Lasst uns deshalb noch konsequenter sozial‑emotionale Kompetenzen fördern, Resilienz stärken und sowohl Lehrkräfte als auch Systeme nachhaltig unterstützen“, appelliert der Professor der Universität zu Köln.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Einbindung der Eltern: Sie sollen in ihrer Rolle gestärkt und dabei unterstützt werden, die Schulbereitschaft und Lernentwicklung ihres Kindes im häuslichen Alltag gezielt zu fördern. Sie werden zur aktiven Mitarbeit an den Eltern-Kind-Angeboten vor der Einschulung sowie zur Zusammenarbeit im Übergang und in der Einschulungsphase motiviert.
Nach dem Schuleintritt wird die Unterstützung im schulischen Teil von Multimo 5-7 systematisch fortgeführt. Hierzu wird an den beteiligten Schulen ein mehrstufiges Fördersystem aufgebaut. Auf Grundlage schulischer Bedarfsanalysen sowie diagnostischer Einschätzungen werden Förderbedarfe in den Bereichen emotional-soziale Entwicklung, Lernen und Sprache frühzeitig erkannt und passgenaue Maßnahmen auf unterschiedlichen Intensitätsstufen abgeleitet. Neben universellen Angeboten für alle Kinder umfasst dies gezielte Kleingruppenförderungen sowie individuelle Unterstützungsmaßnahmen für Kinder mit erhöhtem Bedarf.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Qualifizierung und Begleitung der schulischen Teams. Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte und weitere pädagogische Mitarbeitende werden durch Fortbildungen, Coachings und gemeinsame Auswertungen darin unterstützt, Förderentscheidungen datenbasiert zu treffen und wirksame Maßnahmen im Unterrichts- und Schulalltag umzusetzen. So soll nicht nur der Übergang in die Schule gelingen, sondern auch die weitere Lern- und Entwicklungsbegleitung in der Schuleingangsphase nachhaltig gestärkt werden.
Im ersten Projektjahr sollen auf Grundlage von Bedarfsanalysen (Fragebögen, Interviews und schulinterne Daten) schulspezifische Konzepte ausgearbeitet und erste Modifikationen abgeleitet werden.
Das Ziel besteht darin, herauszufinden, wie Schulen Kinder – insbesondere jene mit besonderen Belastungen oder Entwicklungsrisiken – optimal begleiten können, damit der Start in die Schule gelingt. Das Teilprojekt ist ein wichtiger Baustein der Kooperation zwischen dem Kreis Mettmann und der Universität zu Köln. Die Projektlaufzeit ist bis Dezember 2028 angelegt. Im Nachgang werden die Ergebnisse vorgestellt und ein Abschlussbericht veröffentlicht.

