Kerzen in einer Kirche. Foto: pixabay
Kerzen in einer Kirche. Foto: pixabay

Ratingen. Mit der Zukunft der Kirche beschäftigt sich die Evangelische Girchengemeinde Lintorf-Angermund seit längerer Zeit.


Auf der Gemeindeversammlung am 21. Juni stellten der Vorsitzende Martin Jordan, der stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums Christian Lüdecke und Finanzkirchmeisterin Barbara Smaili die Ergebnisse der Gebäudebedarfsanalyse und der Machbarkeitsstudie vor. Die Gebäudebedarfsplanung geschieht in enger Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Ratingen, mit der Lintorf-Angermund einen Kooperationsraum bildet.

Die Ausgangslage ist deutlich: Derzeit gehören rund 4.400 Gemeindeglieder zur Kirchengemeinde Lintorf-Angermund. Bis zum Jahr 2040 wird sich nach den Prognosen die Zahl nahezu halbiert haben. Parallel dazu ist ein deutlicher Rückgang der Kirchensteuereinnahmen zu erwarten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Bis zum Jahr 2035 sollen nach einem Beschluss der Landessynode alle kirchlich genutzten Gebäude klimaneutral betrieben und auf den tatsächlichen Bedarf reduziert werden. Ganz konkret bedeutet dies für Lintorf-Angermund: Von den vorhandenen rund 2.200 Quadratmetern kirchlich genutzter Fläche sollen in Zukunft nur noch gut 600 Quadratmeter für die Gemeindearbeit vorgehalten werden. Vor diesem Hintergrund wurden zentrale Fragen diskutiert: Welche Gebäude können und müssen saniert werden? Wo können Kosten eingespart werden? „Wenn wir jetzt nicht handeln, sind wir bald handlungsunfähig“, stellte Christian Lüdecke fest.

In einer gemeinsam mit dem Projektbüro Schlünz erarbeiteten Machbarkeitsstudie wurden alle gemeindlichen Standorte betrachtet und Perspektiven für die weitere Entwicklung erarbeitet. Auf der Gemeindeversammlung stellte das Presbyterium nun grundlegende Weichenstellungen vor: Der Standort am Konrad-Adenauer-Platz soll perspektivisch zum zentralen kirchlichen Ort weiterentwickelt werden – mit denkmalgerechter und energetischer Sanierung von Kirche und ehemaligem Pfarrhaus sowie ergänzenden, neu zu bauenden Gemeinderäumen.

Für das Gemeindezentrum Bleibergweg steht ein Abschied vom bisherigen Gebäudebestand an. Das übrige Gelände soll nicht einfach verkauft, sondern im Wege eines Erbbaurechts – oft auch Erbpacht genannt – für eine wohnbauliche Entwicklung zur Verfügung gestellt werden. Nach Möglichkeit möchte die Gemeinde ein investierendes Unternehmen bevorzugen, das sozialdiakonisches Engagement unterstützt. Auch am Standort „An den Linden“ in Angermund wird eine Reduzierung der kirchlich genutzten Fläche auf Dauer unabdingbar sein; konkrete Entscheidungen stehen dort noch aus.

Alle drei Kindertagesstätten auf dem Gemeindegebiet, deren Gebäude der Kirchengemeinde gehören, sollen erhalten bleiben.

Einladung zum Beteiligungsforum

Zum Abschluss stellten Presbyterin Raili Volmert und Pfarrer Martin Jordan das geplante Beteiligungsforum vor. Unter dem Titel „Beteiligungswerkstatt – Zukunftsforum“ sind alle Interessierten eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.

Die Veranstaltung findet am Samstag, 5. September 2026, von 10.00 bis 13.30 Uhr in der Kirche Lintorf statt. Gemeinsam soll darüber nachgedacht werden, welche Räume die Gemeinde künftig braucht, welche Begegnungen und Angebote dort Platz finden sollen und wie ein lebendiger Ort für Glauben, Gemeinschaft und Engagement entstehen kann. Die Ergebnisse sollen in die weitere Planung einfließen.

„Der erste Petrusbrief spricht davon, dass Menschen wie lebendige Steine zu einem geistlichen Haus aufgebaut werden“, sagt Pfarrer Martin Jordan. „Dieses Bild ist für uns leitend. Wir planen nicht nur neue Räume. Wir fragen, wie aus vielen lebendigen Steinen auch morgen Gemeinde werden kann.“

Erste Gemeindeglieder haben sich bereits angemeldet; weitere Interessierte können sich bei der Kirchengemeinde melden.