Das neue Gewebegebiet "Große Feld" soll südlich der Langenberger Straße, gegenüber des Industriegebiets Röbbeck, entstehen. Archivfoto: Mathias Kehren

Velbert. Tanja Matthöfer-Wolf hat sich in einem Leserbrief an unsere Redaktion gewandt. Sie fürchtet, dass das “Naturparadies ‘Große Feld’ ” vor der “Zerstörung” steht. Die Weichen für das neue Gewerbegebiet an der Langenberger Straße könnte der Rat schon in seiner nächsten Sitzung stellen.


Als Anwohnerin des geplanten Gewerbegebiets “Große Feld” sorgt sich die Leserin, dass nun sehr kurzfristige eine Entscheidung für den neuen Industriestandort fallen könnte. Damit würde in Velbert auch eine wertvolles Ökosystem verloren gehen.

Dass das Vorhaben trotz jahrelanger Diskussion immer noch weiterverfolgt wird und nun bald ein Ratsentscheid ansteht, hat die Velberterin überrascht. Eher zufällig erfuhr Sie davon, dass bald der Rat über den betreffenden Bebauungsplan entscheidet.

Matthöfer-Wolf warnt ausdrücklich vor der Versiegelung des “wertvollen Ökosystems”, der “unzähligen Tierarten” als Lebens-, Jagd- und Rückzugsraum diene. Auch viele geschützte Arten hat die Anwohnerin beobachtet. Zugleich sorgt sie sich über die Auswirkungen einer großflächigen Versiegelung in Hanglage gerade bei Starkregenereignissen aber auch generell auf den Wasserhaushalt in diesem Gebiet.

Hier der Leserbrief von Tanja Matthöfer-Wolf im Wortlaut: “Erst heute habe ich zufällig gelesen, dass das Projekt „Großes Feld“ nun doch umgesetzt werden soll und bereits in wenigen Tagen, am 14. Juli 2026, die entscheidende Ratsabstimmung ansteht. Wie viele andere Anwohner war ich davon ausgegangen, dass dieses Vorhaben nach den langen Diskussionen der vergangenen Jahre nicht weiterverfolgt wird. Erst dadurch wurde mir bewusst, wie weit das Verfahren bereits fortgeschritten ist und wie wenig Zeit noch bleibt.

Ich wohne nur wenige hundert Meter vom Großen Feld entfernt. Dieses Gebiet ist weit mehr als ein Feld. Es bildet gemeinsam mit den angrenzenden Wäldern, Hecken und Grünflächen ein wertvolles Ökosystem, das unzähligen Tierarten als Lebens-, Jagd- und Rückzugsraum dient.

In unserem unmittelbaren Wohnumfeld beobachten wir seit vielen Jahren regelmäßig streng oder besonders geschützte Arten wie Hirschkäfer, Fledermäuse, Rotmilane, Bussarde, Falken, Käuzchen bzw. Eulen, Eisvögel, Blindschleichen, Zauneidechsen sowie Amphibien wie Molche und Kröten.

In unserem Gartenteich laichen jedes Frühjahr viele Kröten und Molche. Diese Tiere nutzen nicht nur einzelne Grundstücke, sondern den gesamten zusammenhängenden Landschaftsraum. Eine großflächige Versiegelung hätte deshalb weitreichende Auswirkungen auf ihren Lebensraum.

Besonders besorgt sind wir über die geplante Bebauung auf einer Hanglage mit erheblichem Gefälle. Das Große Feld erfüllt wichtige Funktionen für den natürlichen Wasserhaushalt. Bereits heute erleben wir nach früheren Bebauungen oberhalb unseres Grundstücks Veränderungen in unserem direkten Umfeld.

Als direkte Anwohner beobachten wir seit früheren Baumaßnahmen oberhalb unseres Grundstücks Veränderungen des Wasserhaushalts in unserem unmittelbaren Umfeld. Gerade deshalb fragen wir uns mit großer Sorge, welche Auswirkungen eine weitere großflächige Versiegelung auf Starkregen, Wasserabfluss, Grundwasser und das lokale Klima haben könnte.

Hinzu kommt, dass sich bereits ein bestehendes Gewerbegebiet nur wenige hundert Meter entfernt befindet. Viele Bürger stellen sich daher die berechtigte Frage, weshalb nicht zunächst Möglichkeiten einer Erweiterung bereits vorhandener Gewerbeflächen geprüft werden, bevor einer der letzten großen zusammenhängenden Natur- und Freiräume in diesem Bereich dauerhaft verloren geht.”

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Am 9. Juli findet eine öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung statt, am 14. Juli 2026 ist der Bebauungsplan für das besagte Gebiet Thema im Stadtrat.

In Velbert ist das “Große Feld” schon seit über sieben Jahren ein Thema. Viele weitere Artikel sind unter dem Stichwort über unser Webseiten-Suchfunktion zu finden.