Der Club Courage (eine AG gegen Rassismus) der Gesamtschule Velbert Mitte hat anlässlich des Weltflüchtlingstages Geld gesammelt und dem Flüchtlingsrat Velbert gespendet. Foto: privat
Der Club Courage (eine AG gegen Rassismus) der Gesamtschule Velbert Mitte hat anlässlich des Weltflüchtlingstages Geld gesammelt und dem Flüchtlingsrat Velbert gespendet. Foto: privat

Velbert. Manchmal sind es gerade die kleinen Gesten, die eine große Wirkung erzielen. Ein solches Zeichen der Solidarität setzten drei Schülerinnen der Gesamtschule Velbert-Mitte: Eine Spende in Höhe von 112 Euro kommt dem Flüchtlingsrat Velbert zugute.


Das Geld hatten die Schülerinnen mit ihrem neu gegründeten „Club Courage“, einer
Arbeitsgemeinschaft im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit
Courage“, anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni gesammelt.

„Wir wollten darauf aufmerksam machen, was Flucht bedeutet“, berichteten Noura, Chrysoula und Amal. „Unter dem Motto Vielfalt ist köstlich haben wir einen Verkaufsstand mit süßem und herzhaftem Gebäck aufgebaut. Dabei wollten wir unsere Mitschülerinnen und Mitschüler über das Thema Flucht informieren und gleichzeitig Spenden für den Flüchtlingsrat sammeln.“

Empfangen wurden die Gäste von der Büroleiterin und Juristin Dörte Frisch sowie der
Assistentin der Geschäftsleitung Jacqueline Montemurri-Jarnicki. Neben der
Spendenübergabe entstand ein offenes und bewegendes Gespräch über den Alltag der
Jugendlichen, ihre Motivation und ihre Erfahrungen.

Obwohl die Gesamtschule Velbert-Mitte von kultureller Vielfalt geprägt ist und über eine
Internationale Klasse verfügt, erleben die Schülerinnen immer wieder, dass Vorurteile,
rassistische Äußerungen oder auch Frauenfeindlichkeit ihren Schulalltag begleiten. Der Club
Courage hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, diesen Entwicklungen entgegenzutreten.
Sie wollen das nicht mit erhobenem Zeigefinger tun, sondern durch Gespräche, Informationen und gegenseitiges Verständnis.

Die Schülerinnen berichteten, dass sie immer wieder versuchen, Mitschülerinnen und
Mitschülern zu vermitteln, was Flucht tatsächlich bedeutet: die eigene Heimat zurücklassen
zu müssen, Familie und Freunde zu verlieren, Angst vor Krieg oder Verfolgung zu haben und in einem fremden Land ganz von vorne anfangen zu müssen. Sie möchten zeigen, dass hinter dem Begriff „Geflüchtete“ Menschen mit Hoffnungen, Träumen und Lebensgeschichten stehen, Menschen, die Respekt und Mitgefühl verdienen.

Der Flüchtlingsrat Velbert bedankt sich herzlich für die großzügige Spende und vor allem für das beeindruckende Engagement der jungen Menschen. „Es ist ermutigend zu erleben, wie Schülerinnen Verantwortung übernehmen, sich gegen Ausgrenzung einsetzen und sich für ein respektvolles Miteinander starkmachen“, betonte Frau Frisch. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten häufig von Polarisierung und Populismus geprägt sind, senden sie ein wichtiges Signal: Courage beginnt im Alltag, im Zuhören, im Widersprechen und in der Bereitschaft, sich für andere einzusetzen.

“Der Besuch hat gezeigt, dass gelebte Solidarität keine Frage des Alters ist. Mit ihrem Einsatz machen Noura, Chrysoula, Amal und der Club Courage Mut und zeigen, dass jede und jeder dazu beitragen kann, unsere Gesellschaft ein Stück menschlicher zu machen und unsere Demokratie zu bewahren”, freut sich Jacqueline Montemurri-Jarnicki von der
Flüchtlingsberatung.