
Mettmann. Die Stadtverwaltung hat im Stadtwald ein geeignetes Grundstück für die Errichtung eines Taubenschlags gefunden. Damit kann ein zentraler Baustein des mehrstufigen Konzepts zur nachhaltigen Reduzierung der Taubenpopulation umgesetzt werden.
Um die Tauben in der Stadt hat es in der Vergangenheit viele hitzige Diskussionen gegeben. Während viele Menschen, die in der Innenstadt leben, die Tauben als Plage empfinden, gibt es aber auch Bewohnerinnen und Bewohner, die trotz eines Verbots Futter für die Tiere in der Innenstadt austreuen. Bereits 2014 wurde deshalb schon ein Taubenschlag gefordert, um die Population kontrollieren zu können. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, darunter eine Taubenabwehrvorrichtung am Jubiläumsplatz sowie der Einsatz eines Falkners – jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.
Vor diesem Hintergrund entwickelte die Verwaltung ein dreistufiges Konzept zur Regulierung der Stadttauben, das im vergangenen Jahr vom Rat beschlossen wurde. Seitdem wird das Konzept schrittweise umgesetzt. Ein erster Schritt
waren gezielte Fütterungsmaßnahmen auf einer Wiese an der Seibelquerspange durch die Taubenvereine.
Parallel dazu suchte und prüfte die Verwaltung mögliche Standorte für einen Taubenschlag unter Berücksichtigung rechtlicher und tierschutzrechtlicher Anforderungen. Nach intensiver Suche ist die Wiese zwischen der Straße
Brückchen und dem Mettmanner Bach als Standort ausgewählt worden. Das Grundstück erfüllt alle Voraussetzungen für die Errichtung eines Taubenhauses und bietet den Tieren künftig geschützte Nist- und Ruheplätze. Er
trifft auch auf Zustimmung der Taubenvereine.
Ziel ist es, die Tauben an einen festen Standort außerhalb der Innenstadt zu gewöhnen. Durch regelmäßige Fütterung sollen die Tiere standorttreu werden und dadurch weniger das Stadtgebiet aufsuchen. Außerdem sollen im
Taubenschlag regelmäßig Eier gegen Gipseier ausgetauscht werden, um die Population tierschutzgerecht zu reduzieren. Die Errichtung eines Taubenschlags auf der zurzeit genutzten Fütterungswiese an der Seibelquerspange konnte nicht umgesetzt werden. Gründe hierfür sind insbesondere fehlende planungs- und genehmigungsrechtliche Voraussetzungen, die eine bauliche Umsetzung an diesem Standort nicht zulassen.
Die derzeitige Wiesenfütterung wird noch bis zur Fertigstellung des Taubenhauses im Stadtwald fortgeführt. Dies ist notwendig, um die bereits an diesen Ort gebundenen Tauben schrittweise an den neuen Standort zu gewöhnen. Würde die Fütterung dort vorzeitig eingestellt, würde das
dazu führen, dass sich die Tiere wieder im gesamten Stadtgebiet verteilen und es müsste von Neuem begonnen werden, die Tiere über neue Fütterungsangebote zum künftigen Taubenschlag zu locken.
„Ich freue mich sehr, dass wir mit unserem dreistufigen Taubenkonzept nun einen ganz großen Schritt weiter vorangekommen sind. Wir kommen unserem Ziel näher, die Taubenpopulation nachhaltig und tierschutzgerecht in den Griff zu bekommen“, erklärte Bürgermeister André Bär bei einer Ortsbesichtigung.
Das erforderliche Genehmigungsverfahren für die Errichtung des Taubenschlags wird nun eingeleitet. Die spätere Betreuung und Versorgung der Tiere werden durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Tierschutzvereine erfolgen, die ihre Unterstützung zugesagt haben. Die Stadtverwaltung bedankt sich bei allen beteiligten Bürgerinnen und Bürgern sowie den engagierten Ehrenamtlichen für ihre Unterstützung bei diesem Vorhaben.

