Sie haben den neuen Stadtsozialbund in Wülfrath vorgestellt: Renate Zanjani (Diakonie), Wolfgang Peetz (DRK), Michael Leister (AWO) und Katja Neveling (Caritas). Foto: Kling

Wülfrath. In Wülfrath gibt es jetzt einen Stadtsozialbund. Er will eine starke Stimme der Sozialen Arbeit in Wülfrath sein.


Ende Juni fand die Gründungsversammlung statt. Dem neuen Stadtsozialbund gehören die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Bergische Diakonie, die Caritas, der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer an. Zum Vorsitzenden wurde Wolfgang Peetz vom DRK gewählt.

Einen Stadtsportbund und einen Stadtkulturbund gibt es in Wülfrath bereits. Jetzt kommt ein Stadtsozialbund hinzu, sagte Peetz bei der Vorstellung des Zusammenschlusses.

Die Ehrenamtlichen der Mitgliedsorganisationen leisten nach Berechnungen von Wolfgang Peetz jährlich rund 26.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in Wülfrath. Deshalb sei es aus seiner Sicht überfällig und ein sozialpolitischer Meilenstein, dass sich die Verbände zusammengeschlossen hätten, um ihre Anliegen gegenüber der Stadt und der Politik gemeinsam zu vertreten.

Die rund 80 Angebote richten sich an Menschen aus allen sozialen Schichten, betonte Renate Zanjani von der Bergischen Diakonie. Katja Neveling von der Caritas bezeichnete das ehrenamtliche Engagement als „demokratiefördernd in Zeiten mit demokratiefeindlichen Strömungen“.

„Ohne die vielen Ehrenamtler wären die Angebote der AWO hinfällig“, sagte Michael Leister von der AWO.

„Man darf das Ehrenamt nicht kaputtreiten“, warnte Wolfgang Peetz vor einer Überforderung. Sorgen bereiteten den Verbänden drohende Kürzungen, die nach ihrer Auffassung unter dem Begriff „Reformen“ vorbereitet würden. Die Menschen würden „die Hände über dem Kopf zusammenschlagen“, wenn sie wüssten, „was alles auf uns zukommt“, sagte Michael Leister.

Renate Zanjani forderte die Politik auf, die Bürokratie abzubauen und nicht die Hilfen. „Es kann nicht sein, dass ein Altenheim viermal im Jahr überprüft wird“, nannte sie als Beispiel. Dieser bürokratische Aufwand koste nicht nur die Verbände viel Geld, auch die Prüfungen selbst verursachten erhebliche Kosten.

Die Mitglieder des Stadtsozialbundes möchten die Öffentlichkeit sowohl für ihre Arbeit als auch für die gemeinsamen Herausforderungen sensibilisieren. Über einen Sitz im Sozialausschuss des Stadtrates wollen sie künftig auf kommunaler Ebene an sozialpolitischen Entscheidungen beteiligt werden. Dabei versteht sich der Stadtsozialbund als Partner, nicht als Gegner.

Außerdem wünscht sich der Stadtsozialbund Gespräche mit Vertretern von Bund und Land, unter anderem mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Kerstin Griese. Wülfrath gehört schließlich zu ihrem Bundestagswahlkreis.