Ein Mann zeigt eine leere Geldbörse. Foto: pixabay
Ein Mann zeigt eine leere Geldbörse. Foto: pixabay

Mettmann. Die Diakonie im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann und die Caritas im Kreis Mettmann müssen ihre Flüchtlingsberatung in Mettmann einstellen. Grund ist eine aus Sicht der Träger nicht ausreichende Finanzierung durch die Stadt Mettmann, nachdem ein geplanter Kooperationsvertrag zwischen der Stadt und den beiden Wohlfahrtsverbänden politisch gescheitert ist.


Im Mai hatte der Sozialausschuss die Entscheidung über den Abschluss eines Kooperationsvertrags zur Flüchtlingsberatung zunächst in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Dieser entschied im Juni, den Vertrag nicht wie vorgesehen abzuschließen. Stattdessen soll die Flüchtlingsberatung künftig über einen Zuschuss finanziert werden – in einer Höhe, die nur etwa der Hälfte der im Kooperationsvertrag vorgesehenen Mittel entspricht.

Für die Caritas bedeutet diese Entscheidung eine deutliche Kürzung der Finanzierung um rund 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Bei der Diakonie bleibt die Zuschusshöhe zwar nominell unverändert, die bisherige Finanzierungslücke konnte jedoch nur durch eine zusätzliche Unterstützung der Kirchengemeinde ausgeglichen werden. Diese Möglichkeit entfällt nun. Zudem ist derzeit unklar, ob und wann die vom Haupt- und Finanzausschuss beschlossenen Mittel tatsächlich zur Verfügung stehen werden.

Da die vorhandenen Mittel für das laufende Jahr bereits nach dem ersten Halbjahr ausgeschöpft sind, können Diakonie und Caritas ab sofort keine neuen Beratungsfälle mehr aufnehmen. Bereits laufende Beratungen werden noch voraussichtlich bis zum 31. August 2026 abgeschlossen. Anschließend wird das Beratungsangebot bis auf Weiteres eingestellt. Ratsuchende werden künftig an die Stadtverwaltung verwiesen.

„Wir bedauern diesen Schritt sehr, sehen uns aber aufgrund der getroffenen Finanzierungsentscheidung dazu gezwungen. Eine wichtige soziale Aufgabe kann nicht dauerhaft ohne ausreichende Finanzierung übernommen werden“, erklärt Moritz Klees, Geschäftsleitung der Diakonie im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann. „Wir appellieren deshalb an die Stadtfraktionen, die Entscheidung noch einmal zu überprüfen, damit die dringend benötigte Beratungsarbeit für geflüchtete Menschen in Mettmann fortgeführt werden kann.“

Auch die Caritas bedauert die Entwicklung. „Die Flüchtlingsberatung leistet seit Jahren einen wichtigen Beitrag zur Integration und unterstützt Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Damit dieses Angebot dauerhaft bestehen kann, braucht es eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung“, sagt Martin Sahler, Abteilungsleiter der Caritas im Kreis Mettmann.

Die beiden Träger haben sich bereits in einem Schreiben an die Fraktionen des Mettmanner Stadtrates gewandt und um eine erneute Prüfung der Entscheidung gebeten. Ziel ist es, gemeinsam eine Lösung zu finden, die die Fortführung der Flüchtlingsberatung in Mettmann ermöglicht.