Eine Erdbeere ist zu sehen. Foto: pixabay
Eine Erdbeere ist zu sehen. Foto: pixabay

Bonn. Der Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer stellt die Zahle zur Erdbeerernte auf den Prüfstand. 


„Die in diesen Tagen veröffentlichten Zahlen über die kleinste Erdbeerernte seit mehr als 30 Jahren sind nur bedingt aussagekräftig“, stellt Georg Boekels, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer (Bonn) fest. Denn diese Zahlen spiegelten nur die Ernte im Freilandanbau wider. „Der deutlich zunehmende Anbau in Gewächshäusern und Folientunneln ist hier außen vor. Niemand muss Angst haben, dass es keine regional erzeugten Erdbeeren mehr gibt“, so Boekels.

Während die Freilandfläche kontinuierlich abnehme, nehme der Anbau vor allem in Folientunneln stetig zu. IT NRW habe allein für Nordrhein-Westfalen für die Jahre von 2015 bis 2025 eine Zunahme der Anbaufläche im geschützten Erdbeeranbau (Anbau in Gewächshäusern und Folientunneln) von fast 70 % konstatiert. Zahlen über die Erntemenge aus dem geschützten Anbau würden erst für das nächste Frühjahr erwartet, da die Erdbeerernte noch bis in den November andauere, so der
Präsident. Die Gründe für die Verlagerung des Erdbeeranbaus seien vielfältig, legte Boekels dar. Die Erträge seien im geschützten Anbau höher, sodass weniger Fläche gebraucht werde. Da die Früchte vor Witterungseinflüssen geschützt seien, könnte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden und die Qualität der roten Früchte sei besser. Zudem sei auch die Pflückleistung der Erntehelfer höher, was eine wichtige Rolle bei steigenden Lohnkosten spiele. Auf einen im Freiland notwendigen Flächentausch könne im geschützten Anbau verzichtet werden.

„Auch wenn wir mit der Konkurrenz aus anderen Erzeugungsländern zu kämpfen haben, in denen die Lohnkosten deutlich niedriger als bei uns liegen, werden die Verbraucher auch in Zukunft frische Erdbeeren aus dem Rheinland kaufen können“, beruhigt Boekels.