Die Radroute führt zu Tafeln, welche über die jeweiligen Welterbeplätze informieren. Foto: Marcel Zanjani/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
Die Radroute führt zu Tafeln, welche über die jeweiligen Welterbeplätze informieren. Foto: Marcel Zanjani/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

Köln. Mit dem Fahrrad den Niedergermanischen Limes erkunden – das kann man seit Ende letzten Jahres entlang einer eigens ausgeschilderten Route tun. Finanziert durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen hat das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR-ABR) gemeinsam mit den jeweiligen Kommunen die Route erarbeiten und ausweisen lassen.


Der Niedergermanische Limes markierte rund 450 Jahre lang die Grenze des Römischen Reiches entlang des Rheins. Zahlreiche Fundplätze bezeugen seine Bedeutung von der Frühzeit bis in die Spätantike. 2021 wurde er mit 44 Fundorten in den Niederlanden, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz als UNESCO-Welterbe anerkannt. In NRW betreut der Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit seinem Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland 24 Fundplätze, gemeinsam mit den „Limeskommunen“, den Kreisen und dem Land NRW. Ziel sind Schutz, Weiterentwicklung und Vermittlung der Welterbestätte, um ihre Geschichte für die Öffentlichkeit erfahrbar zu machen.

Auf einer Gesamtlänge von 479 Kilometern erstreckt sich die „Radroute Niedergermanischer Limes“ entlang des Rheins. Sie verbindet die Fundplätze dieser Welterbestätte in NRW sowie Remagen in Rheinland-Pfalz und basiert weitestgehend auf dem bereits bestehenden Radwegenetz. Darüber hinaus gibt es aber auch circa 60 Kilometer an neuen Wegeführungen. Spezielle Stich- und Schleifenrouten erschließen auch abgelegenere Plätze.

„Wir wollen auf diese Weise eine weitere Möglichkeit schaffen, das Welterbe erfahrbar zu machen – im wahrsten Sinne des Wortes“, führt Erich Claßen an, Leiter des LVR-ABR. „Dabei war es uns wichtig auch eine Verbindung zu bereits bestehenden Routen herzustellen.“ Im Norden knüpft der Radweg an die niederländische Limesroute
an sowie nach Osten an die Römer-Lippe-Route. Südlich von Remagen schließt die Route an den Deutschen Limes-Radweg ab Bad Breisig/Rheinbrohl an.

Insgesamt weisen knapp 1.700 Schilder den Weg. Die durchgehende, einheitliche Wegweisung nach den offiziellen Richtlinien weist speziell das UNESCO-Welterbe aus. Ein dreifarbiges Leitsystem mit dem Logo der Welterbestätte zeigt darüber hinaus noch drei Themenrouten an: Blaue Schilder kennzeichnen die Hauptroute, rote Schilder die Alternativrouten und schwarze Schilder die speziellen Routen zu den Fundorten.
Die Radroute ist im Radroutenplaner NRW integriert und dort aufrufbar. Ein erstes Online-Angebot findet sich auch im LVR-Portal „ClickRhein“, das künftig noch weiter ausgebaut werden soll. Außerdem befindet sich derzeit ein begleitender Radführer in Vorbereitung.