Rohre liegen gestapelt auf einer Baustelle. Foto: pixabay/symbolbild
Rohre liegen gestapelt auf einer Baustelle. Foto: pixabay/symbolbild

Düsseldorf. Die amtlichen Konjunkturdaten für das Bauhauptgewerbe in Nordrhein-Westfalen zeigen für Mai 2026 ein gemischtes Bild. Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 13,0 Prozent und preisbereinigt um 8,1 Prozent. Nominal entwickelte sich die Nachfrage in Nordrhein-Westfalen damit deutlich stärker als bundesweit, wo ein Plus von 4,5 Prozent verzeichnet wurde. Der baugewerbliche Umsatz in Nordrhein-Westfalen nahm nominal um 1,4 Prozent zu, ging real jedoch um 3,1 Prozent zurück.


„Das deutliche Auftragsplus im Mai ist ein ermutigendes Signal und hebt Nordrhein-Westfalen positiv vom Bundestrend ab. Eine belastbare Trendwende ist das aber noch nicht: Der reale Umsatz bleibt rückläufig, und das Plus wird nicht von allen Sparten getragen“, erklärt Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbands Nordrhein-Westfalen.

Besonders angespannt bleibt die Lage im Wohnungsbau. Dort sank der reale Auftragseingang gegenüber Mai 2025 um 20,1 Prozent, der reale Umsatz um 8,6 Prozent. Getragen wurde das monatliche Auftragsplus vor allem vom Hochbau ohne Wohnungsbau mit einem realen Zuwachs von 43,6 Prozent. In der Bilanz der ersten fünf Monate liegen Auftragseingang und Umsatz preisbereinigt noch leicht unter dem Vorjahresniveau.

Positiv entwickeln sich Beschäftigung und Ausbildung: Nach Angaben der SOKA-BAU stieg die Beschäftigtenzahl in Nordrhein-Westfalen von Januar bis Mai um 3,5 Prozent und damit stärker als bundesweit. Auch die Zahl der Auszubildenden nahm im ersten Quartal um 6,6 Prozent zu, bei den Auszubildenden im ersten Lehrjahr sogar um 10,7 Prozent.

„Der hohe Bedarf an neuen und bezahlbaren Wohnungen kommt weiterhin nicht in Form konkreter Aufträge bei den Unternehmen an“, so Wiemann. „Damit aus dem positiven Monatssignal eine tragfähige Entwicklung wird, müssen Genehmigungsverfahren schneller, Baukosten niedriger und Förderbedingungen verlässlich sein. Zugleich müssen die angekündigten öffentlichen Investitionen rasch in konkrete Planungen, Ausschreibungen und Aufträge überführt werden.“