
Niederberg/Kreis Mettmann. Sinkende Mitgliederzahlen, knapper werdende Finanzmittel: Drei evangelische Kirchenkreise, denen auch Gemeinden im Kreis Mettmann angehören, streben eine Fusion an.
Die evangelischen Gemeinden Velbert, Neviges, Langenberg, Wülfrath und Heiligenhaus gehören zum Kirchenkreis Niederberg. Die evangelischen Gemeinden in Mettmann, Erkrath, Haan, Hilden und Ratingen gehören zum Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann, dem auch mehrere Düsseldorfer Gemeinden angehören.
Künftig könnten diese Gemeinden zu einem gemeinsamen Kirchenkreis gehören. Niederberg und Düsseldorf-Mettmann habe sich mit dem Kirchenkreis Solingen sich auf den Weg zu einer Fusion gemacht.
Hintergrund des Zusammenschlusses sind sinkende Mitgliederzahlen, Kirchenaustritte, knapper werdende Finanzmittel und der zunehmende Mangel an Pfarrerinnen und Pfarrern. Nach Angaben der Kirchenkreise verlieren sie seit Jahren durchschnittlich rund drei Prozent ihrer Mitglieder pro Jahr.
„Setzt sich diese Entwicklung fort, ist spätestens 2040 keiner der drei Kirchenkreise allein überlebensfähig“, rechnet Rainer Kaspers vor, Superintendent des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann.
Auf ihren Sommertagungen haben sich die Synoden der drei Kirchenkreise mit deutlicher Mehrheit dafür ausgesprochen, die Voraussetzungen für einen Zusammenschluss zum 1. Januar 2029 zu schaffen. Superintendent Wolfhard Günther aus Niederberg: „Die breite Zustimmung unserer Synode zeigt: Niederberg ist bereit, diesen gemeinsamen Weg zu gehen.“
Künftig sollen unter anderem Personal, Pfarrstellen und Finanzen regional geplant sowie Mitarbeitende und Pfarrpersonen beim neuen Kirchenkreis angestellt werden. Gleichzeitig rechnen die Verantwortlichen mit einem weiteren Stellenabbau und einer Verringerung der Zahl der Pfarrstellen. Dieser soll jedoch ausschließlich über natürliche Fluktuation erfolgen; betriebsbedingte Kündigungen schließen die Kirchenkreise aus.
Die Fusion soll helfen, kirchliches Leben trotz dieser Entwicklungen langfristig zu sichern. „Unsere Aufgabe ist es, kirchliches Leben auch bei sinkenden Ressourcen verlässlich zu erhalten. Dazu brauchen wir starke Gemeinden mit einem eigenen Profil vor Ort, eine verbindliche Zusammenarbeit in Regionen und den Kirchenkreis als Ermöglicher im Hintergrund“, erklärt Superintendentin Dr. Ilka Werner aus Solingen.
Die endgültigen Beschlüsse über die Fusion sollen auf den Herbstsynoden im November gefasst werden. Die geplante Fusion betrifft allerdings nicht alle evangelischen Gemeinden im Kreis Mettmann. Langenfeld und Monheim bleiben außen vor, da sie zum Kirchenkreis Leverkusen gehören.

