Trotz schwieriger Rahmenbedingungen treiben viele Unternehmen die Transformation voran. Foto: pixabay
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen treiben viele Unternehmen die Transformation voran. Foto: pixabay

Düsseldorf/Kreis Mettmann. Hohe Energiekosten und fehlende Planungssicherheit setzen den Unternehmen im IHK-Bezirk Düsseldorf und im Kreis Mettmann zunehmend zu. Die Folge: Unternehmen verschieben Investitionen in Klimaschutz, Innovation und ihre Kernprozesse. Gleichzeitig wächst die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Das zeigt die regionale Auswertung des aktuellen Energiewende-Barometers der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). 


Für das DIHK-Energiewende-Barometer 2026 wurden bundesweit rund 3.100 Unternehmen aller Branchen befragt. Aus dem IHK-Bezirk Düsseldorf beteiligten sich rund 50 Unternehmen. Die regionalen Ergebnisse sind deshalb als Stimmungsbild der teilnehmenden Unternehmen zu verstehen.

In Düsseldorf und im Kreis Mettmann zeigt sich, dass 40,9 Prozent der befragten Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Energiekosten beeinträchtigt sehen. Das berichtet die Industrie‑ und Handelskammer. Das bleibt nicht ohne Folgen: Jedes dritte Unternehmen verschiebt Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen. Auch Investitionen in Kernprozesse (28,6 Prozent) und Forschung sowie Innovation (16,6 Prozent) werden zurückgestellt. Gleichzeitig fällt das Urteil über die Energiewende kritisch aus: Nur 4,5 Prozent bewerten ihre Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit positiv oder sehr positiv, 37,6 Prozent dagegen negativ oder sehr negativ.

„Nicht die Transformation ist das Problem – sondern ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hohe Energiekosten und fehlende Planungssicherheit bremsen Investitionen und gefährden die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“, sagt Julien Mounier, Vizepräsident der IHK Düsseldorf.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen treiben viele Unternehmen die Transformation aktiv voran. 68,2 Prozent setzen auf mehr Energieeffizienz, 42,6 Prozent schließen langfristige Energielieferverträge ab und 32,5 Prozent investieren in eigene Energieerzeugung. Fast zwei Drittel der Unternehmen verfolgen bereits ein Ziel zur Klimaneutralität oder haben dieses erreicht. Die Ergebnisse zeigen: Es mangelt nicht an der Bereitschaft der Unternehmen, sondern an den wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation.

Als größte Hemmnisse nennen die Unternehmen im IHK-Bezirk Bürokratie (53,4 Prozent), eine fehlende Planbarkeit der Energiepolitik sowie langwierige Genehmigungsverfahren und Defizite bei der Energieinfrastruktur (45,8 Prozent). Für die IHK Düsseldorf ist klar: Damit Unternehmen weiter investieren und Wertschöpfung am Standort sichern können, braucht es wettbewerbsfähige Energiepreise, leistungsfähige Netze, schnellere Genehmigungen und technologieoffene Rahmenbedingungen.

„Ob Unternehmen künftig hier investieren, entscheidet sich nicht an weiteren Detailvorgaben, sondern an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Klimaschutz braucht Wettbewerbsfähigkeit – nicht gegen sie.“, so Mounier.

Auch bundesweit zeigt sich derselbe Trend: Hohe Energiekosten belasten die Unternehmen zunehmend. Für das DIHK-Energiewende-Barometer 2026 berichten deutschlandweit 49 Prozent der Unternehmen von gestiegenen Stromkosten, bei Wärmeenergie sind es sogar 67 Prozent. Der Energiewende-Barometerwert, der die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit misst, liegt bundesweit mit minus 11,48 Punkten erneut im negativen Bereich.