Erkrath. Am Samstag, 15. August, wird an der Hüttenstraße in Hochdahl gemeinsam gefeiert. Das Fest unter Nachbarn soll einen Ort der Begegnung schaffen.
Wenn die Nachbarschaft rund um die Hüttenstraße in Hochdahl ihr inzwischen drittes Hüttenstraßenfest feiert, dann ist das nicht als große öffentliche Sause gedacht, sondern als geschlossener Treffpunkt für die Anwohnerinnen und Anwohner und deren geladene Gäste. „Im Mittelpunkt steht dabei nicht ein kommerzielles Veranstaltungsangebot, sondern die Nachbarschaft selbst: Menschen, die Tür an Tür wohnen, verbringen gemeinsam Zeit, kommen miteinander ins Gespräch und lernen sich auch über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus kennen“, erklärt Sonja Quick, die sich für das Nachbarschaftsfest engagiert. Gerade in einem Wohnviertel mit Menschen unterschiedlichen Alters biete ein solches Fest Gelegenheit, bestehende Kontakte zu pflegen und neue entstehen zu lassen.
Insbesondete für ältere Menschen kann eine gelebte Nachbarschaft ein sozialer Anker sein. Gleichzeitig kommen Familien, Kinder und ältere Nachbarinnen und Nachbarn miteinander in Kontakt. „So entsteht Gemeinschaft nicht durch ein fertiges Angebot, sondern durch die Menschen, die vor Ort leben“, so Quick. Die Erkratherin wirk bei der Organisation mit, hinter der die örtliche Nachbarschaftsinitiative „Nachbarn“ steckt.
Die Vorbereitungen beginnen bereits sechs Monate vor dem Fest. Ein Fest dieser Größe entsteht dabei durch viele kleine Beiträge: Nachbarinnen und Nachbarn übernehmen Aufgaben bei Auf- und Abbau, helfen beim Kinderprogramm oder bei der Getränkeausgabe, bringen Speisen für das gemeinsame Buffet mit oder stellen Ausstattung zur Verfügung. Damit wird nicht nur ein Fest organisiert. Es entsteht ein Anlass, bei dem Menschen Verantwortung für ihr unmittelbares Wohnumfeld übernehmen und sich füreinander engagieren.
Ehrenamtliches Engagement braucht Unterstützung
Trotz der ehrenamtlichen Organisation entstehen erhebliche Kosten für die notwendige Infrastruktur. „Ohne die Unterstützung von Unternehmen wie den Stadtwerken Erkrath und weiteren Sponsoren wäre die Durchführung in dieser Form nicht möglich“, so Sonja Quick.
Ein wesentlicher Teil der Kosten werde über eine Umlage der Teilnehmenden finanziert. So werden unter anderem die Kosten für die Stromversorgung über einen Baustromkasten, die Wasserversorgung, der Kühlanhänger, Biertischgarnituren, ein Gastronomiegrill, Dekoration und das Rahmenprogramm getragen.
Hinzu kommen Veranstaltungsversicherung und Genehmigungsgebühren. „Eine besondere Herausforderung besteht deshalb darin, die Umlage so niedrig wie möglich zu halten. Das Fest soll ein niederschwelliges Angebot bleiben, an dem die Nachbarschaft unabhängig von der individuellen finanziellen Situation teilnehmen kann“.
Auch bei der Verpflegung wird auf gemeinschaftliche Organisation gesetzt. Die Getränke werden zentral bestellt, vor Ort gekühlt und zum Selbstkostenpreis ausgegeben. So muss nicht jeder seine Getränke selbst einkaufen und zum Fest transportieren. Das Grillgut bringt jeder selbst mit. Für das gemeinsame Mitbringbuffet steuern die Gäste Salate, Beilagen, Kuchen, Desserts und andere Speisen bei. Auch beim Thema Müll setzt die Nachbarschaft auf Eigenverantwortung: Geschirr und Besteck bringt jeder von zu Hause mit, auf Einweggeschirr wird bewusst verzichtet.
Für Kinder gibt es am Nachmittag von 15 bis 18 Uhr verschiedene Spiel- und Mitmachangebote. Gleichzeitig steht das gemeinsame Gespräch und Beisammensein im Mittelpunkt.
„Unser Hüttenstraßenfest ist ein Fest von Nachbarn für Nachbarn. Es geht uns nicht darum, möglichst viel Programm anzubieten. Wichtig ist, dass Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nur vom Sehen kennen. Gerade diese persönlichen Kontakte machen eine lebendige Nachbarschaft aus“, sagt Organisatorin Sonja Quick. Nach sechs Monaten Vorbereitung hoffen die Organisatoren nun vor allem auf gutes Wetter und viele schöne Begegnungen.


