Ratingen. Der Flughafen Düsseldorf ist weit mehr als ein Verkehrsknotenpunkt. Er ist Arbeitgeber, Standortfaktor und für viele Unternehmen der Region ein entscheidendes Tor zu internationalen Märkten. Nach einem intensiven Austausch mit Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Düsseldorf GmbH, fordert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Ratingen deshalb bessere politische Rahmenbedingungen für den größten Flughafen Nordrhein-Westfalens.
Rund 25 Mitglieder und Gäste der MIT Ratingen waren am 6. August zu Gast am Flughafen Düsseldorf. Zwei Stunden lang informierte Lars Redeligx über die wirtschaftliche Bedeutung des Airports, aktuelle Herausforderungen des deutschen Luftverkehrs und die Zukunftspläne des Standorts.
Mehr als 19.000 Menschen arbeiten am Flughafen. Die mit ihm verbundene Bruttowertschöpfung beträgt rund vier Milliarden Euro, davon 3,3 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen. 2025 nutzten rund 21 Millionen Passagiere den Airport. Im Sommer 2026 verbindet Düsseldorf die Region mit 165 Destinationen in mehr als 60 Ländern.
„Für eine international ausgerichtete Wirtschaftsregion wie Nordrhein-Westfalen ist ein leistungsfähiger Flughafen unverzichtbar“, sagt Johannes Paas, Vorsitzender der MIT Ratingen. „Unternehmen brauchen schnelle Verbindungen zu Kunden, Lieferanten und Märkten. Der Flughafen Düsseldorf ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil unserer wirtschaftlichen Infrastruktur.“
Besonders kritisch sieht die MIT die hohen staatlichen Belastungen des Luftverkehrs. Nach den vorgestellten Zahlen haben sich Steuern und Gebühren gegenüber der Zeit vor der Pandemie mehr als verdoppelt. Fluggesellschaften zahlen an anderen europäischen Standorten jährlich teilweise mehrere Millionen Euro weniger pro Flugzeug und setzen ihre knappen Flugzeugkapazitäten deshalb zunehmend in Ländern wie Spanien, Portugal oder Italien ein.
„Deutschland muss bei Steuern und Gebühren wieder wettbewerbsfähiger werden“, fordert Paas. „Wenn Flüge von deutschen Flughäfen strukturell teurer sind als von konkurrierenden europäischen Standorten, verlieren wir Verbindungen, Investitionen und wirtschaftliche Attraktivität.“
Unterstützung erhält der Flughafen von der MIT Ratingen auch bei seinem Antrag auf mehr betriebliche Flexibilität. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine Erhöhung der bereits genehmigten Gesamtzahl an Flugbewegungen. Vielmehr soll die vorhandene Infrastruktur innerhalb des bestehenden Rahmens flexibler genutzt werden können. Vorgesehen ist unter anderem, den möglichen Stundeneckwert in den Zweibahnstunden von 47 auf bis zu 60 Flugbewegungen anzuheben. Die genehmigte Gesamtkapazität bleibt unverändert. Auch der Angerlandvergleich bleibt unangetastet.
„Es geht nicht um mehr Flugverkehr um jeden Preis, sondern um eine sinnvollere Nutzung vorhandener Kapazitäten“, erklärt Thorsten Huch, stellvertretender Vorsitzender der MIT Ratingen. „Wetter, Verspätungen oder Störungen im europäischen Luftverkehr lassen sich nicht im Voraus planen. Hier braucht ein internationaler Flughafen mehr operative Flexibilität.“
Der Flughafen selbst plant erhebliche Investitionen. Der Masterplan 2045 sieht mehr als eine Milliarde Euro vor, davon rund 800 Millionen Euro in der Region. Geplant sind unter anderem Investitionen in Terminal- und Gepäckinfrastruktur, neue Flugzeugpositionen, moderne Sicherheitstechnik sowie Projekte in den Bereichen nachhaltige Kraftstoffe, Wasserstoff und Photovoltaik.
Für die MIT Ratingen steht nach dem Besuch fest: Wer den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen stärken will, muss auch die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens Düsseldorf sichern. Dazu gehören niedrigere staatliche Belastungen, weniger Bürokratie und mehr betriebliche Flexibilität innerhalb der bestehenden Gesamtkapazität.
Die MIT Ratingen fordert deshalb die politischen Verantwortungsträger in der Stadt, im Land Nordrhein-Westfalen und im Bund ausdrücklich auf, sich aktiv für den Flughafen Düsseldorf und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen des Luftverkehrs einzusetzen.


