Kreis Mettmann. Der DGB-Kreisverband Mettmann hat die Entgeltzahlen der Bundesagentur für Arbeit für den Kreis Mettmann ausgewertet. 2025 betrug das Medianentgelt von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten 4.308 Euro brutto im Monat. Im Bund sind es 4.217 Euro. Damit ist das Medianentgelt im Kreis um 91 Euro (+ 2,1 %) höher als im Bundesdurchschnitt. Doch hinter diesem guten Durchschnittswert verbergen sich erhebliche Unterschiede.
Differenziert nach Geschlecht erhielten Männer im Kreis ein Medianentgelt von 4.426 Euro und Frauen 4.069 Euro. Das entspricht einer Differenz von 357 Euro oder 8,8 % im Monat. „Wir sehen darin einen klaren Handlungsauftrag für bessere Entlohnung, mehr Tarifbindung sowie den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung, damit Erwerbsbiografien von Frauen gestärkt werden und sich diese Lücke verringert“, macht Vassilios Athanassiou, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Mettmann deutlich.
Auch Beschäftigte ohne deutschen Pass verdienen deutlich weniger. Ihr Medianentgelt liegt bei 3.362 Euro. „Eine Differenz von 946 Euro lässt sich nicht mit individuellen Lebenswegen allein erklären. Es gibt nach wie vor strukturelle Unterschiede beim Zugang zu gut bezahlten und qualifizierten Arbeitsplätzen. Hier besteht erheblicher politischer und betrieblicher Handlungsbedarf. Mehr Tarifverträge, bessere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und konsequenter Schutz vor Benachteiligung sind zentrale Voraussetzungen, um diese Lücke zu verringern. Umso besorgniserregender ist, dass trotz des hohen Bedarfs an internationalen Fachkräften, einige Unterstützungsprogramme für Menschen mit ausländischen Abschlüssen aktuell unter Kürzungs- und Reformdruck stehen“, so Vassilios Athanassiou weiter.
Besonders groß sind die Unterschiede nach Qualifikation. Hierbei fällt direkt auf, dass viele Berufe, in denen händeringend Fachkräfte gesucht werden, vergleichsweise schlecht bezahlt werden. So zum Beispiel im Bereich des Gastgewerbes. Hier liegt das Medianentgelt bei 2.705 Euro. „Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss attraktive Arbeitsbedingungen schaffen – dazu gehören vor allem gute Löhne und verlässliche Tarifverträge“, stellt Athanassiou klar.


