Professor Markus Fleisch, Direktor der Landesfrauenklinik und wissenschaftlicher Leiter des Kongresses Foto: Helios/Michael Mutzberg
Professor Markus Fleisch, Direktor der Landesfrauenklinik und wissenschaftlicher Leiter des Kongresses Foto: Helios/Michael Mutzberg

Wuppertal. Gute Geburtshilfe gelingt nur gemeinsam: Unter diesem Leitgedanken veranstaltet das Helios Universitätsklinikum Wuppertal den ersten Interprofessionellen Geburtshilfekongress. Am 16. September kommen Hebammen, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Fachpersonen aus der Geburtshilfe zusammen, um sich über aktuelle medizinische und fachliche Entwicklungen auszutauschen, praxisnahe Impulse zu erhalten und die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Region weiter zu stärken.


„Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind besondere Lebensphasen, in denen eine vertrauensvolle und kompetente Begleitung besonders wichtig ist. Dafür braucht es unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen, die ineinandergreifen“, sagt Prof. Markus Fleisch, Direktor der Landesfrauenklinik und wissenschaftlicher Leiter des Kongresses. Der Kongress soll deshalb Raum für fachlichen Austausch, Vernetzung und gemeinsame Zukunftsperspektiven schaffen.

Das Programm greift zahlreiche Themen auf, die Fachkräfte in ihrem beruflichen Alltag beschäftigen. Dazu gehören unter anderem Infektionen in der Schwangerschaft, die berufliche Autonomie von Hebammen sowie Angebote und Hilfen für Schwangere und junge Familien in Wuppertal. Auch aktuelle Fragen der Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit werden beleuchtet. Ein Vortrag widmet sich dem Konzept des „Shared Decision Making“ und damit der gemeinsamen Entscheidungsfindung von Fachpersonal und Patientinnen.

Fachvorträge beschäftigen sich mit der Betreuung eines zu kleinen Feten, Endometriose und Schwangerschaft sowie dem Zusammenhang von Adipositas und Schwangerschaft. Praxisnah werden bei einem Workshop Übungen zur Aktivierung des Musculus transversus abdominis bei Rektusdiastase vermittelt.

Auch das Thema Risikomanagement nimmt einen wichtigen Platz im Kongressprogramm ein. Anhand von Fallanalysen werden Schadensfälle aus der Geburtshilfe betrachtet und daraus mögliche Ansätze für die tägliche Praxis abgeleitet. „Gerade bei komplexen Situationen ist es entscheidend, dass alle beteiligten Berufsgruppen eng zusammenarbeiten und ihre jeweilige Expertise einbringen“, so Prof. Markus Fleisch.

Der Kongress versteht sich ausdrücklich als Auftakt für einen kontinuierlichen interprofessionellen Austausch in der Wuppertaler Geburtshilfe. Neben den Fachvorträgen bieten Pausen und eine Industrieausstellung Gelegenheit zur persönlichen Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch.

„Unser Ziel ist es, die verschiedenen Kompetenzen zusammenzubringen und gemeinsam über eine zukunftsorientierte Geburtshilfe in unserer Region zu sprechen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Bedürfnisse von Müttern, Neugeborenen und Familien“, betonen Pflegedirektorin Simone Hyun und Hebamme Anne Henkels.

Der 1. Interprofessionelle Geburtshilfekongress des Helios Universitätsklinikums Wuppertal findet am 16. September 2026 von 9:45 bis 18:15 Uhr im Studio One, Neumarkt 5 in 42103 Wuppertal statt. Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus Geburtshilfe, Medizin, Pflege und angrenzenden Bereichen.