Immer wieder springen Menschen auf, singen, tanzen, klatschen: "Bounce" bei der Gala im Duisburger Theater am Marientor. Fotos: Kling

Wülfrath/Duisburg. „Bounce“ ist schon wieder unterwegs. Am Freitag in Heidenheim an der Brenz, am Samstag in Höchstadt an der Aisch. Baden-Württemberg und Bayern. Die Tour geht weiter. „25 Jahre Bounce“. Aber die Gala zum Jubiläum, am vergangenen Samstag in Duisburg, werden die, die dabei waren, nicht vergessen.


Wie lässt sich das Phänomen „BOUNCE“ – in Großbuchstabend in der Eigenschreibweise der Band – in Worte fassen? Wieso feiern Tausende von Menschen die „Bon Jovi Tributeband“ aus Wülfrath? Und kommen wieder und wieder?

Wer Fotos von den Konzerten sieht, auf der Homepage der Band, kann es kaum glauben, dass hier nicht das Original „Bon Jovi“ spielt, so viele Menschen feiern die Band. Allein die Aufnahme aus Helmond in den Niederlanden, wo Bounce vor 4.000 Menschen spielte. Eines der größten Konzerte, das die Wülfrather je im Ausland gegeben haben.

Wer auf die Facebook-Seite von Bounce geht, findet überschwängliche Kommentare. „Es war so unbeschreiblich… lebe immer noch in meiner Blase“, schreibt eine Frau, ein „Top-Fan“. Oder das: „Tausendmal Danke zu sagen, fühlt sich eigentlich nicht genug an“, schreibt eine Frau. „Eure Musik hat Menschen zusammengebracht, Freundschaften entstehen lassen und Erinnerungen geschaffen, die bis heute Bestand haben.“

Es kann nicht allein die Musik der amerikanischen Band Bon Jovi sein, mit der vor 25 Jahren alles zufällig begann. Aus einer Laune heraus spielten die Jungs am 15. Dezember 2001 das erste Mal in der Kneipe „Knast“ in Wülfrath am Eichenweg, wie Sänger Oli Henrich bei der Gala in einem Video-Einspieler erzählte. Das hat allen so gefallen, dass der Gig im nächsten Jahr wiederholt wurde.

Die Kneipe gibt es längst nicht mehr, dafür aber Bounce. Und wie. Wer in dem opernhausartigen Theater am Marientor in Duisburg am vergangenen Samstag in seinem edlen Sessel saß, konnte kaum glauben, was aus diesen Anfängen geworden ist.

Hier ist alles professionell. Die Lightshow, mit brennenden Kerzen, roten Rosen, leuchtenden Kirchenfenstern. Die Videos, bei denen Tributebands aus ganz Deutschland gratulieren. Aber auch Brings, das Original, zum Beispiel. Und Bertram Engel, einer der Juroren von „The Tribute“, der Fernsehshow, bei der Bounce Zweiter wurde.

Überhaupt das Fernsehen. Erst Olli Henrich 2020 bei „The Voice of Gremany“ im Finale, dann 2024 „The Tribute“ – diese Erfahrungen haben der Band noch einmal einen Schub gegeben, viele Freunde und Kontakte gebracht. Bounce ist Teil einer großen Musikfamilie. Und für andere Vorbild, wie jemand im Einspieler erzählt.

Aber die Gala war kein Video-Abend, sondern natürlich auch Konzert. Musikalisch erstklassig. Auftritte mit zwei Schlagzeugern oder mit drei Keyboardern. Bounce unplugged. Mit den Gästen aus Mailand, Matteo und Sandro von der Band „New Jersey“.

Immer wieder springen die Menschen im Theater am Marientor auf, singen mit, tanzen mit, klatschen mit. Gänsehaut und Staunen, den ganzen Abend.

Vielleicht ist es das Nahbare, das viel zum Phänomen Bounce beiträgt. Vielleicht sind es die vielzitierten „Vibes“, die Schwingungen, die das Publikum spüren lassen: Ja, denen da oben macht das richtig Spaß. Und sie geben alles.

Bounce mag eine Band sein, die Songs von Bon Jovi spielt. Und viele Fans kommen deshalb. Aber ganz sicher hat Bounce viele von den Tausenden, die Jahr für Jahr zu den Konzerten pilgern, erst zu Bon-Jovi-Fans gemacht. Oder anders ausgedrückt: Sie kommen wieder und wieder, weil sie Bounce-Fans sind.