Blick in den Außenbereich der Kita Hetterscheidt. Nach angekündigten Betreuungsausfällen wegen Personalmangels, hat sich die Elternschaft nochmals an die Öffentlichkeit gewandt. Foto: Mathias Kehren

Heiligenhaus. Das Ringen um die Kita Hetterscheidt in Heiligenhaus nimmt immer bizarrere Formen an. Jetzt hat der Träger öffentlich klargestellt, wie sein Vertretungskonzept bei Personalausfällen aussieht. Dem war eine Konfrontation mit Veröffentlichungen aus der Elternschaft vorausgegangen.


Erst letzte Woche war bekannt geworden, dass die katholische Kindertagesstätte Hetterscheidt, die unter der Trägerschaft des Caritasverbandes im Kreis Mettmann steht, bald geschlossen wird. In diesem Jahr soll die Betreuung noch wie gehabt in zwei Kindergruppen erfolgen. Im nächsten Jahr soll die Belegung auf eine Gruppe schrumpfen, und im Juli 2028 soll die Einrichtung komplett schließen.

Die Elternschaft wurde von den Schließungsplänen offenbar überrascht. Erst kurz nach der Eingewöhnung neuer Kinder wurde die Schließung verkündet, weshalb sich die Eltern in einem offenen Brief sowohl bei der Caritas als auch bei der Stadtverwaltung beschwert und die Presse einbezogen haben.

Seit der offiziellen Vollversammlung mit Vertretern von Stadtverwaltung und Caritas – darunter Jugenddezernentin Maike Legut und Caritasvorstand Ralf Baumgarten – ist klar, dass eine Schließung der einzigen Kita im Stadtteil Hetterscheidt beschlossene Sache ist. Als Hauptgrund nennen die Verantwortlichen sinkende Geburtenraten und mangelnden Zuzug, was im Endeffekt die Zahl der zu betreuenden Kinder merklich zurückgehen ließe. Zugleich müsste die Einrichtung modernisiert werden, was aber nur angepackt werden könnte, wenn sie um eine oder zwei Gruppen aufgestockt würde. Angesichts sinkender Kinderzahlen sei das auf absehbare Zeit jedoch nicht zu erwarten, heißt es. Der Träger betonte aber, dass auch in den kommenden zwei Jahren die Betreuung zu jeder Zeit gewährleistet sei.

Eine nicht zu beeinflussende Ausnahme stellen dabei allerdings Personalausfälle dar, was bei einer verhältnismäßig kleinen, zweigruppigen Einrichtung wie der in Hetterscheidt oft fatale Folgen für die Betreuungszeiten haben kann.

Was das bedeutet, wurde der Elternschaft der Kita Hetterscheidt nur einen Tag nach der Vollversammlung vor Augen geführt. Per Aushang wurde der Elternschaft eine frühe Schließung für den letzten Donnerstag wegen Personalausfalls ankündigt. Damit nicht genug: Am nächsten Tag sollte es zu weiteren Personalausfällen kommen, was dann ein „Päckchenziehen“ notwendig gemacht hätte. In diesem Fall kann nur noch ein Teil der Kinder in der Einrichtung betreut werden, der andere Teil muss zu Hause bleiben.

Ein Sprecher der Elternschaft hat sich daraufhin an die Presse gewandt und eine „systematische Zermürbung“ der Elternschaft beklagt. Während man den Eltern vermitteln wolle, die Einrichtung laufe bis 2028 geordnet und sicher weiter, herrsche im Alltag „pure Mangelverwaltung auf Zuruf“, so der Vorwurf. Familien stünden regelmäßig vor der Frage, ob ihr Kind am Folgetag überhaupt noch betreut werde, legte der Sprecher nach.

Insbesondere zu diesem Vorwurf hat die Caritas Mettmann nun Stellung bezogen.

Es gelte der gesetzliche Schutzauftrag und damit die Einhaltung der Mindestbesetzung, heißt es darin. Bei personeller Unterbesetzung sei man gesetzlich verpflichtet, die Betreuungszeiten entsprechend zu reduzieren. Einzelne Gruppen könnten dann nicht mehr betreut werden, im Ernstfall müsse sogar die gesamte Einrichtung schließen.

Für die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen gelte ein Personalausfallkonzept, das für alle Eltern transparent in einer digitalen App einzusehen sei. Daraus gingen die jeweiligen Betreuungszeiten hervor, die mit den verfügbaren Personalstunden realisiert werden können.

Falls nicht mehr genügend Personal für die Betreuung aller Kinder zur Verfügung steht, sieht das Konzept besagtes „Päckchensystem“ vor. Laut Caritas geht es darum, homogene Gruppen mit Kindern gleichen Förderstands zu bilden, die gemeinschaftliche Betreuung von Geschwisterkindern zu berücksichtigen sowie eventuell gemeinsame Lauf- und Abholgemeinschaften zu organisieren. Das Päckchensystem soll außerdem eine Gleichverteilung der Belastung unter allen Familien sicherstellen.

Überdies stellt der Träger klar, dass die Einrichtungsleitung sowie der gesamte Verband in einem „engen, wertschätzenden und unterstützenden Austausch mit den Fachkräften“ stehen, um den „Betrieb im Rahmen des Möglichen so stabil wie möglich zu halten“. Träger und Einrichtungsleitung ständen allen Eltern für einen weiteren konstruktiven und sachlichen Dialog offen, heißt es abschließend.

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