Heiligenhaus. Die Caritas schließt ihre Kindertagesstätte an der Herderstraße in Hetterscheidt im Juli 2028. Bis zu diesem Zeitpunkt soll für alle betreuten Kinder eine neue Perspektive gefunden werden.
Der Caritasverband als Träger der Kindertagesstätte Hetterscheidt und die Stadt Heiligenhaus, haben nach einem gemeinsamen Gespräch über die geplante Zukunft der Kindertagesstätte Hetterscheidt informiert. Diese endet nun definitiv im Juli 2028. Dann gibt die Caritas den Standort auf.
Hauptgrund für diesen Schritt sind nach Angaben von Ralph Baumgarten aus dem Caritas-Vorstand die „dauerhaft schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der zweigruppigen Einrichtung“. Kleinere Kitas ließen sich wirtschaftlich nur schwer darstellen, so Baumgarten. Zwar sei zunächst eine Aufstockung auf drei oder vier Gruppen geprüft worden, dies schied jedoch angesichts anhaltend schwacher Geburtenjahrgänge und damit rückläufiger Kinderzahlen aus.
Erschwerend kommt in der Hetterscheidter Einrichtung der „erheblicher Sanierungsbedarf“ des Gebäudes hinzu. Dieser war unter anderem deshalb aufgelaufen, weil lange Zeit eine Erweiterung oder gar ein Neubau im Raum standen – Optionen, die jedoch nur bei einer dauerhaft hohen Nachfrage nach Betreuungsplätzen infrage gekommen wären. „Aus Sicht des Caritasverbands besteht damit aktuell keine tragfähige langfristige Grundlage für eine Fortführung und Weiterentwicklung des Standorts“, teilt der Träger mit.
Die Schritte in den kommenden zwei Jahren sollen sich nun darauf konzentrieren, für die betroffenen Familien Lösungen zu finden. So wird die Einrichtung zunächst auf eine Gruppe verkleinert. Ein Teil der Kinder könnte in die Caritas-Kita St. Joseph in Heiligenhaus wechseln – im Idealfall mitsamt den vertrauten Erzieherinnen und Erziehern. „Wir werden sicher keiner Mitarbeiterin und keinem Mitarbeiter kündigen“, betont Baumgarten. Wer es für sich einrichten kann, könne sofort in einer anderen Einrichtung anfangen.
Der offiziellen Nachricht über die schrittweise Schließung der Kita war ein offener Brief der betroffenen Elternschaft vorausgegangen. Darin kritisierten die Eltern unter anderem zu spät und völlig überraschend über das Aus für die Einrichtung informiert worden zu sein: Eltern völlig überrascht: Kita kündigt Schließung an – acht Tage nach der Eingewöhnung.
Hier die Stellungnahme der Caritas im Wortlaut
In einem gemeinsamen Gespräch haben der Caritasverband als Träger der Kindertagesstätte Hetterscheidt und die Stadt Heiligenhaus heute (14. September, Anm. d. Red. ) über die Zukunft des Kita-Standorts, die Hintergründe der geplanten mittelfristigen Aufgabe und das weitere Vorgehen informiert.
Der Caritasverband hat nach Prüfung der verschiedenen Optionen entschieden, die mittelfristige Aufgabe des Standorts vorzubereiten.
Vorausgegangen sind Gespräche und eine Prüfung verschiedener Möglichkeiten für die Zukunft der Einrichtung. Dabei wurden unterschiedliche Perspektiven betrachtet, darunter eine mögliche Erweiterung der bestehenden Einrichtung sowie die Option eines Neubaus. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der Kinderzahlen und des anhaltenden Geburtenrückgangs erscheinen diese Möglichkeiten unter den derzeitigen Rahmenbedingungen jedoch nicht tragfähig.
Hinzu kommen der bauliche Zustand des bestehenden Gebäudes und der damit verbundene erhebliche Sanierungsbedarf sowie die dauerhaft schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der zweigruppigen Einrichtung. Aus Sicht des Caritasverbands besteht damit aktuell keine tragfähige langfristige Grundlage für eine Fortführung und Weiterentwicklung des Standorts.
Die Stadt Heiligenhaus hat die Überlegungen des Caritasverbands beraten und nachvollzogen und unterstützt das weitere Vorgehen. Im heutigen gemeinsamen Gespräch wurden die Hintergründe der geplanten Standortaufgabe, die geprüften Perspektiven und das weitere Vorgehen erneut gemeinsam erläutert.
Gemeinsam gute Lösungen für die Familien finden
Im Mittelpunkt der weiteren Planung stehen die Kinder und ihre Familien. Die Betreuung aller Kinder ist im laufenden Kita-Jahr im Rahmen ihrer bestehenden Betreuungsverträge vollumfänglich gesichert.
Die geplante mittelfristige Aufgabe des Standorts soll nun vorbereitet werden. Dabei soll gemeinsam mit den betroffenen Familien geklärt werden, welche Betreuungsperspektive für das jeweilige Kind passend ist. Dabei werden unterschiedliche Betreuungsmöglichkeiten bis zur geplanten Aufgabe des Standorts im Juli 2028 betrachtet.
Bei individuellen Wechselwünschen steht die Stadt Heiligenhaus den Familien gerne unterstützend und beratend zur Seite.
Um Mitarbeitende und Elternvertretung über die Überlegungen zur Zukunft des Standorts zu informieren und Unsicherheiten entgegenzuwirken, wurden die Mitarbeitende und der Elternbeirat unmittelbar nach den Sommerferien durch den Caritasverband als Träger informiert.
Die offizielle, fristgerechte Elternvollversammlung findet am 16. September 2026 statt. Die Stadt Heiligenhaus ist ebenfalls zu diesem Termin eingeladen.
Dem Caritasverband ist bewusst, dass die geplante Aufgabe des Kita-Standorts für die betroffenen Familien mit Fragen und Sorgen verbunden ist. Deshalb ist es dem Träger besonders wichtig, den weiteren Prozess verlässlich und transparent zu gestalten. Ziel ist es, gemeinsam mit den Eltern für jedes Kind eine passende und verlässliche Anschlusslösung zu entwickeln und den weiteren Übergang gemeinsam zu planen.


