Velbert. Die klimatischen Veränderungen haben spürbare Folgen auch für Velbert. Die historische Dürre des vergangenen Sommers stellt die Technischen Betriebe bei der Pflege des Stadtwaldes vor Herausforderungen.
Zu heiß, zu trocken – so lässt sich der vergangene Sommer in aller Kürze beschreiben. „Die klimatischen Veränderungen stellen eine Zäsur dar und haben tiefgreifenden Einfluss auf das Velbert Landschaftsbild“, heißt es in einer Mitteilungsvorlage für die aktuelle Sitzung des Verwaltungsrates der Technischen Betriebe am 24. September.
Der Sommer 2026 sei der zweitwärmste in Westeuropa seit Temperaturaufzeichnung gewesen. Die Monate Juni und Juli gehen als die heißesten seit Messungsbeginn ein. „Die Zahl der Hitzetage war enorm“, hieß es. Zudem habe es seit Anfang Juni bis Mitte August so gut wie keinen Niederschlag gegeben – die Gewitter seien an Velbert vorbeigezogen und hätten stattdessen an Ruhr und Wupper abgeregnet. Die Folgen sich sichtbar gewesen: niedrige Wasserstände bei den größeren Gewässern, Trockenheit in den Bächen, deutlich gesunkene Grundwasserstände sowie staubige Böden. Betroffen waren laut Mitteilung auch die Landwirte, die Getreide vorzeitig notreif ernten mussten.
Wie die Wetterbedingungen sich ausgewirkt haben, war für jedermann sichtbar: Laubbäume hätten deutliche Vitalitätsabnahme mit vorzeitigem Laubfall und Blattverfärbungen seit Anfang Juli gezeigt. „Ende August hatte man das Gefühl, der goldene Oktober hat im Wald Einzug gehalten, ein vorgezogener Herbst mitten im Hochsommer“, ist in der Mitteilungsvorlage zu lesen.
Für die Technischen Betriebe, die sich in Velbert um die Wäldern kümmern, führt das zu Herausforderungen. Klimaresiliente Baumarten müssen sinnvoll gemischt, Gefahrenbäume beständig gefällt werden. Letzteres gilt vor allem für jene Wälder, die als Erholungsgebiete dienen. Aus den Vorjahren konnten die Technischen Betriebe für die Umsetzung von Gegenmaßnahmen wertvolle Erfahrungen ziehen, heiß und trocken war es auch in den Sommern der Extremjahre 2003, 2015, 2018, 2019, 2022 und 2025. Letztlich sei der städtische Forst nach der Dürre 2026 zwar „deutlich gezeichnet“, aber „wehrhaft“.
„Die Technischen Betriebe werden kontinuierlich gemeinsam mit der AG Wald basierend auf einemgemeinsamen Zielbild die Strategie für den Stadtwald weiterentwickeln. Unbenommen werden so wohl prozessuale, aber auch finanziell intensive Maßnahmen in Technik, Wieder- und Neuaufforstung sowie auch Waldbrandprävention vermehrt notwendig sein, um das Landschaftsbild Velberts zu erhalten und weiterhin die Stadt im Grünen am Rand des Ruhrgebiets zu sein“. Die Technischen Betriebe Velbert wollen hierzu in 2027 das fortgeschriebene Konzept „Velberts Stadtwald 2035“ vorstellen.
Ein Problem könnten angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt die Mittel darstellen. Nach Mitteilung der Technischen Betriebe Velbert seien mehr finanzielle Mittel notwendig, die in den kommenden Jahren in Technik und Personal investiert werden sollten.


