Lebens- und Arbeitswelten um 1800. Foto: LVR ZMB/Stefan Arendt
Lebens- und Arbeitswelten um 1800. Foto: LVR ZMB/Stefan Arendt

Ratingen. Wie entstand in Ratingen die erste Fabrik auf dem europäischen Festland? Und wie sah der Alltag der Menschen aus, die dort vor mehr als 200 Jahren lebten und arbeiteten? Bei einer öffentlichen Führung durch das LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford können Besucherinnen und Besucher diesen Fragen am Sonntag, 4. Oktober, ab 14 Uhr nachgehen.


Die rund anderthalbstündige Führung durch die Dauerausstellung im spätbarocken Herrenhaus widmet sich der Geschichte der Baumwollspinnerei Cromford ebenso wie der Lebenswelt der frühindustriellen Unternehmerfamilie. Die Gäste erfahren, wie eng Wohnen und Arbeiten miteinander verbunden waren und welchen Einfluss technische Neuerungen auf die Entwicklung der Textilproduktion hatten.

In Ratingen gründete der Wuppertaler Kaufmann Johann Gottfried Brügelmann 1783/84 die Baumwollspinnerei Cromford. Sie gilt als erste Fabrik auf dem europäischen Festland und steht für den Beginn der Industrialisierung in Deutschland. Das bis heute erhaltene Ensemble mit Arbeiterwohnungen, Kontor, Fabrik und Herrenhaus vermittelt anschaulich die Lebens- und Arbeitsbedingungen jener Zeit.

Auch die historische Spinntechnik wird bei der Führung lebendig: An der Spinning Jenny und am Handspinnrad wird gezeigt, wie aus Rohbaumwolle Garn entsteht.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Plätze sind allerdings begrenzt. Tickets sind an der Museumskasse oder im Webshop erhältlich: www.shop.industriemuseum.lvr.de.