Das Freizeithaus in West, Bild: Alexander Heinz
Das Freizeithaus in West, Bild: Alexander Heinz

Ratingen. Das Freizeithaus an der Erfurter Straße ist Veranstaltungsort, Treffpunkt und ein wichtiger Teil der sozialen und kulturellen Infrastruktur in Ratingen-West. Der Rat hat mehrheitlich einen Antrag zur Ertüchtigung und Sanierung des Hauses beschlossen. Parallel dazu steht die langfristige Entwicklung des umliegenden städtischen Bereichs im Blick.


Ausgangspunkt sind konkrete Modernisierungs- und Funktionsfragen im Gebäude. In den Beratungen wurden unter anderem sanitäre Anlagen, Wickelmöglichkeiten, die Ausstattung der Küche, die Aufzugsanlage und weitere technische beziehungsweise bauliche Punkte angesprochen. Zugleich soll bei größeren Maßnahmen berücksichtigt werden, wie sich notwendige Arbeiten mit dem laufenden Betrieb und der Nutzung des Hauses vereinbaren lassen.

Lars Bammann, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ratingen-West und Ratsmitglied der CDU, beschreibt den praktischen Maßstab: „Das Freizeithaus muss im Alltag funktionieren. Wenn etwas kurzfristig notwendig ist, sollte es nicht auf eine große Zukunftsplanung warten. Gleichzeitig wäre es unklug, bei größeren Investitionen nur bis zur Gebäudekante zu denken. Genau deshalb gehören Sanierung und Umfeld in eine abgestimmte Reihenfolge.“

Die CDU-Fraktion war nicht Antragstellerin des nun beschlossenen Sanierungsantrags. Sie hatte in den Vorberatungen aber dafür geworben, die dringend erforderlichen Maßnahmen am Freizeithaus umzusetzen und gleichzeitig die langfristige Entwicklung der angrenzenden städtischen Gebäude und Flächen mitzudenken.

Sebastian Wladarz, Ratsmitglied der CDU und Sprecher im Bezirksausschuss Ratingen-West, sieht darin keinen Widerspruch: „„Unser Ziel ist es, den Berliner Platz perspektivisch wieder zu einem lebendigen und schönen Mittelpunkt des Stadtteils zu machen. Das Freizeithaus, als die so genannte „gute Stube“ von West spielt dabei eine große Rolle. Dabei schließen sich kurzfristige Maßnahmen und mittelfristige Perspektiven nicht aus. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, wo sich Menschen wieder gerne und sicher aufhalten und auch schon mal gerne feiern.“

Kurzfristige Anschaffungen und Reparaturen haben einen anderen Planungshorizont als eine umfassende Sanierung. Bei größeren Eingriffen sollten mögliche Abhängigkeiten zu angrenzenden Flächen und Gebäuden früh geprüft werden, um spätere Doppelplanungen zu vermeiden.

Stefan Heins, Vorsitzender der CDU-Fraktion, fasst die Linie der Fraktion zusammen: „Wir begrüßen, dass die Sanierungsfrage jetzt weiterbearbeitet wird. Unser zusätzlicher Punkt ist simpel: Wenn die Stadt ohnehin größere Planungen anstößt, sollte sie das Umfeld gleich mit betrachten. Das heißt nicht, dringende Maßnahmen aufzuschieben – im Gegenteil. Es geht darum, kurzfristig Notwendiges und langfristig Sinnvolles sauber zu verbinden.“

Der CDU-Antrag zur perspektivischen Entwicklung des Umfeldes sieht deshalb eine Bestandsaufnahme und eine abgestimmte Betrachtung der angrenzenden städtischen Liegenschaften vor. Die Verwaltung soll darstellen, welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen und ob bauliche, funktionale oder planerische Abhängigkeiten zur Sanierung des Freizeithauses berücksichtigt werden müssen. Auch der Berliner Platz steht im weiteren politischen Zusammenhang mit der Entwicklung dieses Bereichs.

Mit dem mehrheitlichen Ratsbeschluss beginnt die nächste Arbeitsphase. Nun braucht es eine belastbare Kostenschätzung und einen realistischen Zeitplan für Freizeithaus und Umfeld.