Da kommst du nicht drauf! Foto: Sammlung Leonhard Wons / Privatarchiv
Da kommst du nicht drauf! Foto: Sammlung Leonhard Wons / Privatarchiv

Ratingen. Die neue Sonderausstellung „Da kommst Du nicht drauf! Schlesische Persönlichkeiten auf Briefmarken und Ansichtskarten aus der Sammlung von Leonhard Wons“ im Oberschlesischen Landesmuseum lädt ab dem 15. November zu einer Entdeckungsreise ein. Sie verbindet Philatelie, Regionalgeschichte und Erinnerungskultur und eröffnet einen ungewöhnlichen Blick auf Schlesien: im kleinen Format einer Briefmarke oder Ansichtskarte, aber mit großen und oft überraschenden Geschichten.


Im Mittelpunkt stehen Menschen, die in den unterschiedlichsten Bereichen Außergewöhnliches geleistet haben: in Kunst und Literatur, Sport und Architektur, Wissenschaft und Technik sowie Film und Musik. Einige von ihnen sind bis heute bekannt, andere sind weitgehend in Vergessenheit geraten. Die Ausstellung zeigt die vielfältigen Lebenswege der vorgestellten Persönlichkeiten und welche Spuren sie in der Geschichte hinterlassen haben. Kuratiert wird die Ausstellung von Leonhard Wons, der seit 2012 als Mitarbeiter des Oberschlesischen Landesmuseums tätig ist und eine große Leidenschaft für das Sammeln hegt. Seine Begeisterung für Briefmarken begann bereits in der Grundschule in Oberschlesien. Die Marken aus seinem ersten Album eröffneten eine ihm bis dahin unbekannte Welt: „Es war wie ein Fenster in eine große, unbekannte Welt in Miniatur.“

Viele Jahre später nahm Wons das Sammeln wieder auf – nun mit einem klaren thematischen Schwerpunkt: Schlesien. Seine Sammlung umfasst inzwischen Briefmarken und Ansichtskarten aus 17 Ländern. Besonders bemerkenswert ist, dass schlesische Persönlichkeiten nicht nur in Deutschland oder Polen, sondern weltweit philatelistisch gewürdigt wurden. Zu seinen jüngsten Neuzugängen gehören Ausgaben aus Togo sowie Antigua und Barbuda. „Es ist faszinierend zu entdecken, wie viele bedeutende Persönlichkeiten aus dem ‚zehnfach interessanten Land‘ stammen“, sagt Wons. „Die in der Ausstellung vorgestellten Ober- und Niederschlesier haben unsere Welt in vielerlei Hinsicht geprägt und vermögen vielleicht aufs Neue, uns zu begeistern und zu inspirieren.“ Besucherinnen und Besucher begegnen somit nicht nur prominenten Persönlichkeiten, sondern auch Menschen, die durch ihre Arbeit in Landwirtschaft, Bergbau und Industrie zum Leben und zur Entwicklung der Region beigetragen haben.

Die Ausstellung macht deutlich, dass Briefmarken und Ansichtskarten weitaus mehr sind als reine Sammlerobjekte. Als „Zeitzeugen und Kunstwerke im Miniaturformat“ erzählen sie von historischen Ereignissen, gesellschaftlichen Veränderungen und individuellen Lebensgeschichten. Auch schwierige Kapitel der Geschichte werden thematisiert. In der Präsentation sind unter anderem Briefmarken zu sehen, die an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Flucht, Vertreibung und Integration sowie an die Oberschlesische Tragödie erinnern. Die Schau geht auch den Fragen nach, wie es zur Entstehung der Briefmarke und Ansichtskarte kam und, wie der Titel bereits verrät, wer es auf eine Briefmarke schaffen kann. Außerdem wird das Hobby selbst beleuchtet und die spektakulärsten Auktionsergebnisse werden präsentiert. Zudem wird reflektiert, wieso das Interesse an der Philatelie gesunken ist.