Wülfrath. Am Samstag, 3. Oktober, haben in Wülfrath rund 150 Menschen an einer „Demonstration gegen Rechts“ teilgenommen. Anlass waren die Wahlerfolge der AfD bei mehreren Landtagswahlen. Zur Demonstration aufgerufen hatte das Wülfrather Bündnis gegen Rechts. Das Bündnis wird auch von Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen unterstützt.
Die Auftaktveranstaltung fand vor der Sparkasse statt. Dort sprach die Vorstandssprecherin des Ortsverbands, Alice Bruchhaus-Peter, über das „Wesen der Demokratie“. „Wir dürfen mitreden, widersprechen, mitgestalten. Wir haben die gleiche Würde – auch wenn wir unterschiedlich leben, denken und glauben“, sagte Bruchhaus-Peter. Sie erinnerte
daran, wohin es führen könne, wenn Menschen zu Feinden erklärt und ihnen Rechte genommen würden. Die Geschichte mahne dazu, Menschenwürde zu schützen und Freiheit zu verteidigen.
Mit Blick auf Kinder sagte sie: „Kein Kind entscheidet, in welcher Familie es geboren wird. Wir entscheiden, welche Möglichkeiten es bekommt.“ Kinder bräuchten Menschen, die ihnen zuhörten und sie darin unterstützten, selbstständig zu denken. Sie sollten eine Welt mitgestalten können, in der Unterschiede keinen Anlass für Ausgrenzung geben. Demokratie verlange auch, Andersdenkenden zuzuhören, so Bruchhaus-Peter. Man müsse nicht einer Meinung sein, um respektvoll miteinander umzugehen. „Wenn Menschen bedroht, entwürdigt oder angegriffen werden, beziehen wir Position – gegen Ausgrenzung und Einschüchterung. Menschen müssen ohne Angst verschieden sein können.“
Ihr Fazit: „Demokratie ist viel: Vielfalt, Freiheit, Kompromiss, Arbeit … sie ist die einzige Konstruktion, die für uns alle Raum schafft.“
Auch die weiteren Redebeiträge warnten vor den Gefahren durch rechtsextreme Parteien und vor dem Erstarken der AfD. Anschließend zog ein bunter und lauter Protestzug durch die Wülfrather Innenstadt. Dabei forderten die Teilnehmenden immer wieder lautstark ein sofortiges Prüfverfahren zum AfD-Verbot. Die Wülfrather Grünen ziehen insgesamt ein positives Fazit der Veranstaltung. “Wir hätten uns allerdings eine noch größere Beteiligung der Wülfrather Bürgerschaft gewünscht“, so Jochen Gödde, Mitglied des Vorstands


