Mettmann. Fast 300.000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Herzinfarkt, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer Todesursache Nummer Eins in Deutschland. Die Zahl der Infarkttoten ist rückläufig, auch weil die schnellen Interventionen und gut abgestimmte Behandlungsketten erfolgreich sind. Das Evangelische Krankenhaus Mettmann beteiligt sich seit 2023 am FITT-STEMI-Projekt.
FITT-STEMI steht für „Feedback-Intervention and Treatment-Times in ST-Elevation Myocardial Infarction“ und ist ein bundesweites Qualitätsprojekt zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit akutem ST-Hebungsinfarkt, einem lebensbedrohlichen Herzinfarkt bei dem ein Herzkranzgefäß vollständig verschlossen ist. In dem Projekt werden Behandlungszeiten und Ergebnisse standardisiert erfasst und den beteiligten Versorgungspartnern regelmäßig zurückgespiegelt, um Abläufe gezielt weiterzuentwickeln. Bundesweit beteiligen sich nach Angaben des Deutschen Rates für Wiederbelebung 55 PCI-Zentren und mehr als 200 kooperierende Kliniken. Die aktuelle Auswertung für das EVK Mettmann zeigt im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 eine positive Entwicklung der innerklinischen Abläufe. Das teilt die Klinik mit.
Ein wichtiger Qualitätsindikator sei dabei die Zeit von der Ankunft des Patienten im Krankenhaus bis zur Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes im Herzkatheterlabor, die sogenannte „Door-to-Balloon-Zeit“. Bei primär durch den Rettungsdienst zugeführten Herzinfarkt-Patienten liege diese im aktuellen Auswertungszeitraum klar unter der angestrebten Marke von 60 Minuten, so die Klinikverwaltung.
Eine Schlüsselrolle spielt die enge Abstimmung zwischen Rettungsdienst, Notaufnahme und Herzkatheter-Team. Wo es medizinisch sinnvoll und organisatorisch möglich ist, kann eine direkte Übergabe in das Herzkatheterlabor unnötige Zwischenwege vermeiden und Zeit einsparen. Auch für Patienten, die sich selbst in der Notaufnahme vorstellen, zeigen die aktuellen Daten effizientere innerklinische Abläufe. Über die Akutversorgung hinaus soll die regionale Vernetzung der Kardiologie weiter gestärkt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der strukturierten Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fachärzten. Für kardiologische Fragestellungen sollen verlässliche, direkte Kontaktwege zur zeitnahen Abstimmung etabliert werden. So kann die Versorgung kardiologischer Patienten sektorenübergreifend, unkompliziert und auf kurzen Wegen koordiniert werden.
„Das gemeinsame Ziel bleibt eine leitliniengerechte, qualitativ hochwertige und möglichst verzögerungsfreie Versorgung. Denn beim akuten Herzinfarkt gilt weiterhin: Zeit ist Herzmuskel. Das Team der Kardiologie im EVK Mettmann leistet eine strukturierte, effektive und schnelle Versorgung von Herzinfarktpatienten, denn klar ist: jeder Tod durch Herzinfarkt ist einer zu viel.“
Die Ergebnisse versteht man im Mettmanner Klinikum als Zwischenstand: „Die 2026er Daten bilden nicht das vollständige Kalenderjahr ab. Entscheidend ist daher weniger eine einzelne Zahl als die kontinuierliche Messung und gemeinsame Weiterentwicklung der gesamten Versorgungskette – vom ersten medizinischen Kontakt über Diagnostik und Transport bis zur interventionellen Behandlung“


