Die Polizei warnt vor dem "Kettentrick". Bild: Polizei/KI generiert
Die Polizei warnt vor dem "Kettentrick". Bild: Polizei/KI generiert

Mettmann. Die Polizei im Kreis Mettmann hat in den letzten Monaten eine Häufung des so genannten Kettentricks registriert. Hierbei entwenden Trickbetrügerinnen und Trickbetrüger unbemerkt den hochwertigen Schmuck ihrer Opfer. Am Mittwoch, 14. Oktober, kam es in Mettmann zu einem weiteren Fall, bei dem eine 85-jährige Frau bestohlen wurde.


„Gegen 16:30 Uhr wurde eine Seniorin an der Straße „Schellenberg“ aus einem heranfahrenden dunklen Auto angesprochen. Die Frau auf dem Rücksitz fragte die 85-Jährige nach dem Weg zum nahegelegenen Krankenhaus und gab den Tod eines nahen Angehörigen vor“, berichtet die Polizei. Angeblich zum Dank umarmte die Frau anschließend die Seniorin und legte ihr hierbei eine Goldkette als Geschenk um den Hals. Anschließend fuhr das Auto in unbekannte Richtung davon.

Erst später stellte die Seniorin den Diebstahl ihrer eigenen hochwertigen Goldkette fest. Die Täterin soll circa 40 bis 50 Jahre alt sein und ein Kopftuch getragen haben. Der Fahrer soll circa 45 bis 55 Jahre alt gewesen sein und einen Schnurrbart und Kinnbart getragen haben.

Die Kriminalpolizei ermittelt und fragt: Wer hat zur Tatzeit etwas Verdächtiges an der Straße „Schellenberg“ beobachtet?

Hinweise nimmt die Polizei in Mettmann, Telefon 02104 982-6250, jederzeit entgegen.

Polizei erklärt den Kettentrick

Die Kriminellen sprechen laut Behörde meistens ältere Menschen an, die sichtbar wertvollen Schmuck tragen. „Die Taten finden in der Regel auf Straßen, Wegen, Plätzen oder in Cafés statt. Unter einem Vorwand nehmen die Kriminellen hier Kontakt zu ihren Opfern auf. Ein häufiger Vorwand ist die Bitte um eine Auskunft, beispielsweise eine Wegbeschreibung. Häufig geschieht die Ansprache auch aus einem langsam fahrenden Auto heraus“, hieß es.

Die Kriminellen täuschen eine überschwängliche Dankbarkeit für die gegebene Auskunft vor und machen den Opfern ein Geschenk in Form von billigem Modeschmuck. Durch die Überschwänglichkeit in Sprache und Gestik soll das Opfer überrumpelt und abgelenkt werden. Während die Täter den Modeschmuck anlegen, öffnen sie zeitgleich den Verschluss des echten Schmuckstücks und entwenden es unbemerkt. Oft bemerken die Betroffenen den Diebstahl erst später.

Die Polizei rät: Seien Sie skeptisch, wenn Fremde sich Ihnen auf der Straße nähern. Stehen Sie, zur Not auch energisch, für Ihren persönlichen Raum ein. Sprechen Sie gezielt andere Personen an oder rufen Sie um Hilfe. Alarmieren Sie nach einem (versuchten) Diebstahl die Polizei über den Notruf 110 und geben Sie relevante Details (Aussehen, Fluchtrichtung) weiter, um der Polizei die Möglichkeit einer schnellen Fahndung zu ermöglichen.