
Remscheid. Als Mann klarer Worte und scharfsinniger Beobachter der weltpolitischen Entwicklungen ist Sigmar Gabriel, Vizekanzler und Bundesaußenminister a.D., bekannt. Als Redner beim Volksbank-Symposium in der Historischen Stadthalle Wuppertal hörten ihm mehr als 500 Kundinnen und Kunden der Volksbank im Bergischen Land zu und lange Applaus.
Sigmar Gabriel analysierte in seinem Vortrag „Deutschland und Europa in einer unbequemen Welt“ klar und ohne Beschönigung, aber nicht schonungslos – und ließ Raum für Mut und Optimismus. Sein roter Faden: Eine Welt, in der sich die USA als Ordnungsmacht zurückgezogen haben und die noch keine neue Ordnung gefunden hat, ist unbequem und macht Angst. Aus dieser Situation entstehen Unsicherheiten und auch Kriege – und schaffen neue Herausforderungen für Deutschland und Europa. Deutschland müsse ein stabiles Land in Europa bleiben. „Wir haben die Aufgaben, Europa zusammenzuhalten“, sagt der frühere SPD-Vorsitzende. Gemeinsam mit den europäischen Partnern könne Deutschland einen Unterschied in der Welt machen. Dazu müsse es sich auf seine Substanz besinnen, statt von ihr zu leben.
„Die Erneuerung der wirtschaftlichen Kraft Deutschlands muss in den Mittelpunkt der Politik rücken“ – dafür gab es viel Zustimmung der anwesenden Unternehmer. Sigmar Gabriel würde bei der finanziellen Stärkung der Städte und Gemeinden ansetzen, „damit sie wieder Heimat ermöglichen“ und den Zusammenhalt der Menschen stärken. Deutschland sei nach wie vor ein Land mit vielen Potenzialen, sagt er ermutigend – es gelte nur, daran zu glauben. Viele Denkanstöße und ausreichend Diskussionsstoff für den weiteren Abend, der nach dem Vortrag mit guten Gesprächen mit den Volksbankern um die Vorstände Andreas Otto, Christian Fried und Henning Wichart weiterging.

