
Düsseldorf. Der Flughafen Düsseldorf hat erstmals die ACA-Zertifizierungsstufe 4 erreicht. Die Auszeichnung des internationalen Flughafenverbands ACI bestätigt die konsequente Weiterentwicklung der Klimastrategie des Airports. Ausschlaggebend für die erfolgreiche Zertifizierung ist insbesondere der umfassende Blick auf Emissionen aller am Standort ansässigen Partner, wie die Flughafenverwaltung mitteilt.
„Die Auszeichnung durch den internationalen Flughafenverband ist für uns Ansporn, unseren Weg zur „Destination of Excellence“ weiterzugehen und die damit verbundene nachhaltige Entwicklung unseres Standortes gemeinsam mit unseren Partnern konsequent voranzutreiben“, sagt Veronika Bappert, Leiterin Corporate Sustainability am Flughafen Düsseldorf. „Fortschritte bei der weiteren Reduzierung von Emissionen und unser Ziel eines klimaneutralen Flughafens können wir nur gemeinsam mit unseren Partnern am Standort erreichen.“
Der Düsseldorfer Flughafen verfolgt das Ziel, spätestens 2035 klimaneutral zu wirtschaften. Um die hohen Anforderungen für das ACA Level 4 zu erfüllen, muss der Flughafen zunächst die eigenen Emissionen erfassen und reduzieren, die dem Flughafenbetrieb direkt zuzurechnen sind. Dazu zählen zum Beispiel der Gasverbrauch der Blockheizkraftwerke oder der Verbrauch von Spezialfahrzeugen des Winterdienstes. Darüber hinaus muss der Airport auch die Emissionen Dritter, zum Beispiel von Fluggesellschaften, systematisch erfassen und in seinen Reduktionsplan einbinden. Das setzt eine enge Zusammenarbeit mit Airlines, Bodenverkehrsdienstleistern, Energieversorgern und weiteren Unternehmen am Standort voraus.
Seit 2010 hat der Flughafen seine CO₂-Emissionen bereits um rund 80 Prozent reduziert. Damit hat er das gemeinsame Klimaschutzziel der deutschen Flughäfen für 2030 bereits deutlich übertroffen. Künftig bezieht der Airport neben CO2 auch weitere Emissionen seines eigenen Betriebs, sogenannte CO2-Äquivalente (CO2e) wie zum Beispiel Kältemittelverluste aus dem Betrieb von Klimaanlagen, in seinen Reduktionsplan ein.
Die „Roadmap NetZero“ mit klar definierten Maßnahmen und einem Reduktionspfad bildet die Grundlage der weiteren Reduzierung verbleibender Emissionen. Aktuell entfallen mehr als 75 Prozent der CO2-Emissionen des Airports auf die beiden erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerke. Der Flughafen erarbeitet aktuell gemeinsam mit verschiedenen Projektpartnern Möglichkeiten, diese Emissionen zu reduzieren. Geprüft wird zum Beispiel eine künftige Umstellung auf den Betrieb mit Wasserstoff oder der Einsatz von Biomethan, um den Verbrauch von fossilem Erdgas zu vermeiden.
Daneben setzt der Airport unter anderem auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Erst im Juni hat der Flughafen eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, bei der es sich um die größte Anlage ihrer Art direkt an der Start- und Landebahn eines deutschen Airports handelt. Zudem prüft der Flughafen, die Anbindung an das Fernwärmenetz auszubauen und ergreift Maßnahmen, die Energieeffizienz von Anlagen und Gebäuden kontinuierlich zu steigern. Die begonnene Umstellung der Fahrzeugflotte auf alternative Antriebe wird fortgesetzt, zusammen mit dem Ausbau der E-Ladeinfrastruktur.
Darüber hinaus verfolgt der Flughafen Großprojekte im Bereich Wasserstoff und Sustainable Aviation Fuel (SAF). Ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Emissionen und der verbesserten Verfügbarkeit von SAF am Standort ist der Bau eines neuen Tanklagers mit Gleisanschluss. Damit wird die Anlieferung von nachhaltigen Flugkraftstoffen künftig klimafreundlich per Bahn ermöglicht, sodass sich perspektivisch rund 30.000 LKW-Lieferungen pro Jahr von der Straße auf die Schiene verlagern lassen. Gleichzeitig unterstützt der Airport die Airlines bei der Umstellung auf SAF.
Das vom Dachverband der europäischen Verkehrsflughäfen (ACI Europe) im Jahr 2009 initiierte Programm Airport-Carbon-Accreditation (ACA) ist ein unabhängiges, speziell für Flughäfen entwickeltes Zertifizierungsverfahren zur Erfassung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Hier werden die gesamten Treibhausgasemissionen betrachtet, die am Standort entstehen, auch wenn sie durch Dritte verursacht sind und das Unternehmen keinen direkten Einfluss darauf ausüben kann. Nach der Erstellung des sogenannten CO2e-Fußabrucks werden Reduktionsziele festgelegt und nachgehalten.

