In Velbert erinnern bereits zahlreiche Stolpersteine an die Schicksale der Opfer von Nationalsozialisten - hier an Helene Heumann aus Neviges, die deportiert und 1948 in Auschwitz ermordet wurde. Foto: Volkmann
Im Kreis Mettmann erinnern bereits zahlreiche Stolpersteine an die Schicksale der Opfer von Nationalsozialisten - hier an Helene Heumann aus Velbert-Neviges, die deportiert und 1948 in Auschwitz ermordet wurde. Foto: Volkmann

Velbert. Am 9. November sind die Velberterinnen und Velberter eingeladen, gemeinsam an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung zu erinnern und ein Zeichen gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und das Vergessen zu setzen. Anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht im Jahr 1938 veranstaltet das Bündnis „Aktiv gegen Antisemitismus“ in Kooperation mit der Stadt den Velberter Koffermarsch.


Die Veranstaltung beginnt am Montag, 9. November, um 17 Uhr auf dem Gelände vor der Grundschule Grünstraße und der Martin-Luther-King-Schule. Von dort führt die Route am heutigen Wirtshaus Velbert und dem alten Bahnhof in Velbert-Mitte vorbei bis zum Platz am Offers. Während des Koffermarsches kann es zu kurzzeitigen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr kommen.

Die Aktion erinnert an die Schicksale jüdischer Bürgerinnen und Bürger Velberts, die während der NS-Zeit ihre Heimat verloren, vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Sie macht aber auch deutlich, dass Erinnerungskultur nicht nur den Blick in die Vergangenheit richtet, sondern Verantwortung für die Gegenwart bedeutet. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, einen eigenen Koffer mitzubringen und individuell zu gestalten. Botschaften wie „Nein zu Antisemitismus!“, „We remember!“ oder „Nie wieder ist jetzt!“ können die Haltung der Teilnehmenden sichtbar machen. Auch Aufkleber, Lichterketten und andere kreative Gestaltungselemente sind willkommen. Wer seinen Koffer nicht im Vorfeld vorbereiten kann, erhält ab 16.30 Uhr am Startpunkt laminierte Statements oder das Logo des Bündnisses.

Bündnis ruft zur Solidarität und zum Gedenken auf

Für Gisbert Punsmann, Sprecher des Bündnisses „Aktiv gegen Antisemitismus“ und Pastoralreferent der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael und Paulus, steht die Bedeutung der Veranstaltung außer Frage: „Die Existenz jüdischen Lebens in Deutschland ist ein Geschenk, ein unverdientes Geschenk. Ein solches Geschenk vergeudet man nicht.“

Die Veranstalter hoffen auf eine breite Beteiligung aus der Bürgerschaft. Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder sind ausdrücklich eingeladen, sich ebenfalls anzuschließen. Der Koffermarsch soll nicht nur dem Gedenken dienen, sondern auch ein sichtbares Bekenntnis zu Menschlichkeit, Demokratie und einem respektvollen Miteinander sein.