Einen ganzen Vormittag lang erhielten fünf Menschen mit Behinderung Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche der Stadtverwaltung. Foto: Kreisstadt Mettmann
Einen ganzen Vormittag lang erhielten fünf Menschen mit Behinderung Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche der Stadtverwaltung. Foto: Kreisstadt Mettmann

Mettmann. Wie sieht der Arbeitsalltag in einer Stadtverwaltung aus? Diese Frage konnten heute fünf Menschen mit Behinderung beim „Schichtwechsel“ im Mettmanner Rathaus aus nächster Nähe erleben. Einen ganzen Vormittag lang erhielten sie Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche der Stadtverwaltung. Auf dem Programm standen die Druckerei, das Archiv, der Bürgerservice, die Feuerwehr und die Stadtbibliothek.


Der Besuch war zugleich der Gegenbesuch zu einem Treffen im Juni, als Bürgermeister André Bär den Hephata-Benninghof in Mettmann besuchte. Dort lernte er die vielfältigen Tätigkeiten der Beschäftigten kennen – unter anderem in der Gärtnerei, der Schreinerei sowie bei Montage- und Verpackungsarbeiten. Dabei packte er natürlich auch selbst mit an und nutzte die Gelegenheit zum
persönlichen Austausch mit Betriebsstättenleiter Rolf Weidenfeld und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Der „Schichtwechsel“ ist eine bundesweite Aktion, bei der Beschäftigte aus Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) und Mitarbeitende aus Unternehmen, Verwaltung und Institutionen für einen Tag ihren Arbeitsplatz tauschen. Dabei geht es nicht nur darum, neue Eindrücke zu gewinnen, sondern auch darum, Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Für Bürgermeister André Bär steht insbesondere die berufliche Teilhabe im Mittelpunkt: „Inklusion
bedeutet für mich auch, Menschen mit Behinderung den Zugang zu geeigneten Arbeitsplätzen zu ermöglichen. Wir müssen offen dafür sein, individuelle Fähigkeiten zu erkennen und Möglichkeiten zu schaffen, diese auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einzubringen.“

Der Austausch soll deshalb mehr sein als ein einmaliger Perspektivwechsel. Er macht deutlich, wie wichtig Begegnungen und praktische Erfahrungen sind, um Barrieren abzubauen und berufliche Perspektiven zu eröffnen. Der Schichtwechsel zeigt: Inklusion gelingt dort, wo Menschen einander kennenlernen, miteinander arbeiten und Chancen erhalten.

Bürgermeister André Bär kündigte bereits an, dass er auch im nächsten Jahr wieder am „Schichtwechsel“ teilnehmen möchte, dann mit Unterstützung mehrerer Kolleginnen und Kollegen aus dem Rathaus.