Ratingen. Im Rahmen der Sonderausstellung „Elger Esser. Tempus pingendi – Die Zeit des Malens“ hält der Künstler Elger Esser am Samstag, 21. November, ab 16 Uhr seinen Vortrag „Jenseits des Sichtbaren – Fotografie, Erinnerung und das Nachleben der Zeit“.
Seit den Anfängen der Fotografie begleiten Fragen nach Wirklichkeit, Wahrheit und Erinnerung die Auseinandersetzung mit dem fotografischen Bild. Was vermag ein Bild über den Augenblick seiner Entstehung hinaus zu bewahren? Wie verändern sich unsere Wahrnehmung und unsere Erinnerung durch Bilder, und welche Beziehung besteht zwischen dem Sichtbaren und dem, was sich der unmittelbaren Anschauung entzieht?
Ausgehend von seiner eigenen künstlerischen Arbeit untersucht Elger Esser das Verhältnis von Fotografie und Malerei sowie die besondere Verbindung von Bild, Erinnerung und Zeit. Literarische und philosophische Positionen, unter anderem von Marcel Proust, Walter Benjamin und W. G. Sebald, eröffnen dabei unterschiedliche Perspektiven auf die Fähigkeit von Bildern, Vergangenes in der Gegenwart erfahrbar zu machen. Auch die Entwicklung der Fotografie bis hin zur Künstlichen Intelligenz wird zur Sprache kommen. Sie wirft neue Fragen nach Wahrheit, Imitation und Imagination auf und verändert möglicherweise grundlegend unser Verhältnis zum fotografischen Bild. Im Anschluss sind die Besucher herzlich eingeladen, mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Elger Esser, geboren 1967 in Stuttgart, studierte von 1991 bis 1997 als Meisterschüler von Bernd Becher an der Kunstakademie in Düsseldorf, wo er seitdem lebt. Von 2006 bis 2009 war er Professor an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und 2008 Gastprofessor an der Folkwang-Schule in Essen. Essers zentrales Thema ist die Landschaftsfotografie. Er gilt als einer der konsequentesten Schüler Bechers hinsichtlich der Idee, Typologien oder Topografien als Basis seines Œuvres anzulegen. Die Ausstellung zeigt Werke aus allen Schaffensphasen und bezieht neben der Landschaft auch Bildgattungen wie Porträt, Akt und Stillleben mit ein.
Die Ausstellung „Elger Esser. Tempus pingendi – Die Zeit des Malens“ läuft noch bis zum 28. Februar 2027.


