Die Veranstaltungsreihe „Willkommen im Club“ der Frauen-Union setzte ein Signal. Foto: FU
Die Veranstaltungsreihe „Willkommen im Club“ der Frauen-Union setzte ein Signal. Foto: FU

Heiligenhaus. it der Veranstaltungsreihe „Willkommen im Club“ hat die Frauen Union Heiligenhaus erneut ein starkes Signal gegen häusliche und sexuelle Gewalt gesetzt. Die jüngste Veranstaltung unter dem Titel „Ich bin NICHT stumm!“ knüpfte an die diesjährige Aktion zum SOS‑Handzeichen im Rahmen von One Billion Rising an – dem stillen, diskreten Hilferuf, mit dem Menschen in akuter Gefahr auf ihre Notlage aufmerksam machen können.


Als Referentin begrüßte die Frauen Union Claudia Ebeling, ehemalige Kriminalhauptkommissarin und erste Sachbearbeiterin für Sexualdelikte beim Kriminalkommissariat in Mettmann, zuständig für den gesamten Kreis. Aus ihrer langjährigen Berufserfahrung berichtete sie eindrücklich, wie das SOS‑Handzeichen gerade bei häuslicher oder sexueller Gewalt eingesetzt wird, wenn lautes Rufen nicht möglich ist und Betroffene auf unauffällige Hilfe angewiesen sind.

In ihrem Vortrag gab Claudia Ebeling Einblicke in reale Fälle und machte deutlich, wie entscheidend Aufmerksamkeit und Zivilcourage sind. Sie zeigte auf, worauf Außenstehende achten können, wie das SOS‑Handzeichen erkannt wird und welche Schritte jede und jeder konkret gehen kann, um Betroffenen zu helfen, ohne sie zusätzlich zu gefährden.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen. Ebeling machte deutlich, wie wichtig es ist, Verhaltensänderungen wahrzunehmen, aufmerksam zu beobachten, auf welchen Plattformen sich Kinder bewegen, und zu wissen, dass sie heute auch digital besonders gefährdet sind – etwa durch Kontaktaufnahmen über soziale Medien oder Grooming (gezielte Manipulation, mit der Erwachsene Kinder oder Jugendliche anbahnen, um sie später sexuell auszubeuten).

Die Vorsitzende der FU Heiligenhaus, Ulrike Stiers, betonte die Bedeutung des Themas: „Wir wollen mit unseren Veranstaltungen und Aktionen zeigen, dass Gewalt kein Tabu sein darf. Wer Hilfe braucht, soll wissen: Es gibt Menschen, die hinsehen, hinhören und handeln. Das SOS‑Handzeichen ist ein stiller Hilferuf – und unsere Aufgabe als Gesellschaft ist es, diesen Hilferuf zu erkennen und Betroffenen zur Seite zu stehen.“

Nach dem Vortrag entstanden viele gute Gespräche, es gab Raum für Austausch und zahlreiche Fragen, die von der Referentin offen und verständlich beantwortet wurden.

Ulrike Stiers zieht ein positives Fazit: „Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig Information, Sensibilisierung und gelebte Solidarität sind, um Betroffenen von Gewalt Wege aus der Notlage zu eröffnen und ihnen zu signalisieren: Niemand muss mit seiner Situation allein bleiben. Zugleich haben viele Gäste mitgenommen, wie sie im Ernstfall richtig reagieren und konkret helfen können – das ist ein wichtiges Signal für mehr Aufmerksamkeit und Zivilcourage in unserem Alltag.“