Ein Flugzeug ist an einem regnerischen Tag durch eine Scheibe zu sehen. Foto: pixabay
Ein Flugzeug ist an einem regnerischen Tag durch eine Scheibe zu sehen. Foto: pixabay

Heiligenhaus. Der Flughafen Düsseldorf will seine Kapazität weiter ausreizen – die Grünen lehnen den geänderten Erweiterungsantrag jedoch ab. Noch bis zum 1. Oktober liegen die Antragsunterlagen zur dritten öffentlichen Auslegung vor, Einwendungen können bis zum 15. Oktober eingereicht werden. 


„Die Flughafen Düsseldorf GmbH will die Stundenkapazität in Spitzenzeiten von 47 auf 60 Bewegungen anheben und beide Start- und Landebahnen flexibler nutzen. Zusätzlich plant sie 8 neue Abstellpositionen und weitere Rollflächen mit einer Neuversiegelung von 13,8 Hektar. Damit will sie mehr Verkehr in den ohnehin am stärksten belasteten Tagesstunden abwickeln“, so die Heiligenhauser Grünen, die sich allerdings gegen die Erhöhung der Stundeneckwerte stellen. Die Kapazität müsse bei 47 Bewegungen pro Stunde bleiben, hieß es seitens des Ortsverbandes. „Die Anhebung des Stundeneckwerts auf 60 ermöglicht eine deutlich stärkere Bündelung von Flugbewegungen in den ohnehin lautesten Tagesstunden. Genau diese Verdichtung erhöht die spürbare Lärmbelastung vor Ort“.

Zudem solle man die Luftqualität „nicht auf Kante nähen“, so die Grünen. Die NO₂-Belastung schöpfe den zulässigen Grenzwert schon heute fast vollständig aus – „zusätzliche Belastung ist bei so knappem Puffer unverantwortlich. Auch die Geruchsbelästigung durch den Flughafen muss reduziert statt hingenommen werden“, hieß es. Die geplanten acht  zusätzlichen Abstellpositionen versiegelten 13,8 Hektar Fläche unnötig. Die Grünen Heiligenhaus befürchten hier eine Kettenwirkung: mehr Stellplätze würden zu mehr stationierten Flugzeuge führen, das wiederum zu mehr Homebase-Carriern und indirekt mehr nächtlichen Bewegungen.

Die Grünen fordern zudem eine verbindliche Nachtruhe statt einer „Fortschreibung des Status quo“. Die Bewertung solle nach WHO-Lärmleitlinien statt Herstellergutachten. Der Prüfung müssten die strengeren WHO-Schwellenwerte zugrunde gelegt werden – „nicht nur die seit 2007 unveränderten, von der Antragstellerin favorisierten Grenzwerte des Fluglärmschutzgesetzes“, so die Grünen.

„Das Vorhaben verursacht ab 2040 eine negative CO₂-Bilanz von rund 1.912 Tonnen CO₂e pro Jahr – die geplanten Ausgleichspflanzungen kompensieren nicht einmal die Hälfte der versiegelten Fläche“, schreibt der Ortsverband. Klimaschutz und Lärmschutz seien keine Verhandlungsmasse. „Wir fordern die Stadt Heiligenhaus auf, Einwendungen gegen den Antrag zu erheben und damit die tatsächlichen Interessen der Anwohner*innen von Heiligenhaus und Umgebung ernst zu nehmen“.