Ukrainische Gäste und Gasteltern tanzen gemeinsam zu ukrainischen Liedern. Foto: privat
Ukrainische Gäste und Gasteltern tanzen gemeinsam zu ukrainischen Liedern. Foto: privat

Heiligenhaus. Eine erlebnisreiche und emotionale Zeit ist in der vergangenen Woche in Heiligenhaus zu Ende gegangen: Die ukrainische Kinder- und Jugendgruppe, die in den vergangenen Tagen in der Stadt zu Gast war, hat ihren Aufenthalt mit unvergesslichen Eindrücken und einer deutlichen Botschaft der Verbundenheit abgeschlossen. Dabei standen die letzten Tage noch einmal ganz im Zeichen von Lebensfreude, Kultur und direkter Hilfe.


Am 5. Juli traf die Gruppe junger Ukrainerinnen und Ukrainer in Heiligenhaus ein. Hinter ihr lag eine Reise aus Städten im östlichen Teilen der Ukraine, zum Teil nur 20 Kilometer von der Front des Krieges entfernt. Umso beeindruckender waren die Unbeschwertheit und Lebenslust, welche die Gäste in Heiligenhaus zeigten. Dies setzte sich auch am vorletzten Tag des Aufenthalts fort, als die Gruppe auf Einladung des DRK-Ortsverbandes Heiligenhaus den Moviepark in Bottrop besuchte. Zahlreiche Attraktionen des Freizeitparks ließen grade die jüngeren Teilnehmer den Kriegsalltag in ihrer Heimat vergessen.

Doch gerade dieser Tag verdeutlichte auch die harten Kriegsfolgen in der Ukraine. Direkt nach der Rückkehr des Busses aus dem Freizeitpark nutzte der DRK-Ortsverband Heiligenhaus um Peter Wiemer die verbliebenen Transportkapazitäten des Fahrzeugs. Der Bus wurde mit dringend benötigten Rollatoren und Krücken sowie einer großen Menge an Verbandsmaterial und Hygieneartikeln beladen. Diese Hilfsgüter werden in der Ukraine bereits sehnlichst sowohl von versehrten Armeeangehörigen als auch von verletzten Zivilisten erwartet.

Der folgende Dienstag begann bereits sehr früh mit einem Besuch des Kölner Doms. Ein besonderer Höhepunkt war dort der persönliche Empfang durch Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, der die ukrainischen Gäste segnete und ihnen ermutigende Worte mit auf den Weg gab.

Seinen feierlichen Ausklang fand die Ferienfreizeit schließlich am Dienstagabend bei einer großen Abschiedsparty im Heiligenhauser Club. Das Team des Clubs hatte einen Party-Raum festlich geschmückt und die Gastfamilien ein vielfältiges Buffet zusammengestellt. Gleich zu Beginn konnte Rüdiger Welsch von Heljenshilftukraine Bürgemeister Björn Kerkmann, die erste Beigeordnete Maike Legut und Landrat Jan Heinisch begrüßen. Sie hatten es sich nicht nehmen lassen, die ukrainischen Gäste zum Ende von deren Aufenthalt nochmals zu treffen und zu verabschieden. Einen besonderen Applaus erhielt Karl-Christian Woelm vom Vorstand der Thormälen-Stiftung. Mit einer großzügigen Spende hatte die Thormälen-Stiftung die Durchführung der Jugendfreizeit ermöglicht.

Anschließend wurden Gasteltern und Ehrengäste von den ukrainischen Jugendlichen schwungvoll in ihre Tänze einbezogen. „Euer größtes Geschenk an uns ist die Lebensfreude und Zuversicht, die ihr aus der Ukraine zu uns nach Heiligenhaus gebracht habt – trotz des schrecklichen Kriegsalltags in Eurer Heimat“, zeigte sich Welsch tief berührt und beeindruckt.

Mit gepackten Koffern, Hilfsgütern im Gepäck und gestärkt durch viele neue Freundschaften trat die Gruppe am nächsten Morgen die Heimreise an. Zurück bleiben dankbare Erinnerungen auf beiden Seiten und die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.