Der Exportmotor ist noch nicht vollends ins Stottern geraten, so die IHK nach einer Umfrage. Foto: pixabay
Der Exportmotor ist noch nicht vollends ins Stottern geraten, so die IHK nach einer Umfrage. Foto: pixabay

Düsseldorf. „In der Corona-Krise ist internationales Geschäft nach wie vor möglich – auch wenn die Herausforderungen für viele Unternehmen wachsen“, so das Ergebnis einer IHK-Umfrage.

Die IHK Düsseldorf hat bei über 100 international aktiven Unternehmen eine Blitz-Umfrage durchgeführt. Fast ein Drittel der Unternehmen klagt demnach über Probleme im internationalen Handel – vor allem aufgrund von logistischen Problemen und Unterbrechungen in den Lieferketten. Drei Viertel der Unternehmen befürchten deutliche Umsatzeinbußen und ein Drittel geht sogar davon aus, dass über die Hälfte des Auslandsgeschäfts wegbrechen könnte.

Bei der Ausfuhr klagt ein Viertel der betroffenen Unternehmen über logistische Herausforderungen, während bei einem Fünftel die Warenabnahme nicht mehr möglich ist. Bei der Einfuhr melden jeweils 20 Prozent der befragten Firmen Lieferschwierigkeiten und logistische Probleme. In der derzeitigen Ausnahmesituation werden kaum noch Mitarbeiter ins Ausland entsandt. Aktuell hat zwar nur jedes zehnte Unternehmen Schwierigkeiten bei den Exportkreditversicherungen für Lieferungen ins Ausland; für die Zukunft rechnen aber fast 40 Prozent der Betriebe auch hier eher mit Problemen.

„Das sind zwar keine guten Nachrichten“, so Felix Neugart, IHK-Geschäftsführer für den Bereich International, „allerdings kann von einem Shutdown im internationalen Handel noch keine Rede sein.“ Denn laut aktuellem Ursprungszeugnis-Barometer der IHK Düsseldorf habe die Nachfrage nach Bescheinigungen internationaler Warendokumente in der vergangenen Woche immer noch bei rund 76 Prozent der durchschnittlichen Nachfrage vor der Corona-Krise gelegen.

Gegenüber der Vorwoche nahm die Ausstellung von Ursprungszeugnissen sogar leicht zu, was auf immer noch substantielle Ausfuhren in außereuropäische Zielländer hindeutet. „Auch wenn wir noch nicht absehen können, in welchem Umfang die Corona-Krise das Exportvolumen tatsächlich schrumpfen lassen wird, so ist der Exportmotor noch nicht vollends in Stottern geraten. Und das ist so etwas wie ein kleiner Funken Hoffnung für den internationalen Standort Düsseldorf“, so Neugart abschließend.

Ursprungszeugnisse sind eine Art „Reisepass“ für Waren beim Export in Drittländer und gelten als ein erster Indikator für die Exportentwicklung im Bezirk der IHK Düsseldorf. Die IHK aktualisiert das Barometer wöchentlich.