Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: pixabay/symbolbild
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: pixabay/symbolbild

Detmold/ Ratingen/ Langenfeld. In einem durch die Staatsanwaltschaft Detmold und die Kreispolizeibehörde Mettmann geführten bundesweiten Sammelverfahren wegen gefälschter Gerichtskostenrechnungen hat der Bundesgerichtshof am 30. Juli die Revisionen der Angeklagten gegen die mit Urteil der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Detmold vom 27. November 2024 verhängten Freiheitsstrafen verworfen. Darauf weist die Polizei hin.


Damit sind nun ein 45-Jähriger wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in 229 Fällen zu vier Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, ein 49-Jähriger wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in 198 Fällen zu vier Jahren und drei Monaten und ein 67-Jähriger wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Bandenbetrug in 179 Fällen zu drei Jahren drei Monaten rechtskräftig verurteilt.

Auf die Revision der Staatsanwaltschaft Detmold – mit der eine zu niedrige Wertersatzeinziehung gerügt wird – hat der Bundesgerichtshof gegen die Entscheidung über die Einziehung des Wertes von Taterträgen aufgehoben und die Sache an eine andere Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Detmold zurückverwiesen.

Die Verurteilten waren Teil einer international agierenden Betrügerbande und haben seit September 2020 mehr als 150.000 gefälschte Gerichtsrechnungen für Handelsregistereintragungen aus dem Raum Düsseldorf heraus verschickt. Dreitausend Unternehmen und Vereine fielen der Täuschung zum Opfer und überwiesen jeweils einen hohen dreistelligen Betrag. Insgesamt wurde ein Schaden von 2,7 Millionen Euro verursacht.

Am 9. Juli hat die Staatsanwaltschaft Detmold Anklage gegen zwei weitere Mittäter und einen Gehilfen vor die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Detmold erhoben. Den beiden Mittätern wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug in 272 Fällen vorgeworfen. Dem Gehilfen wird vorgeworfen, zu diesen Taten durch sieben Handlungen Beihilfe geleistet zu haben. Gegen weitere Bandenmitglieder dauern die Ermittlungen noch an.

Im Jahr 2023 ist es zu Festnahmen im Zuge von Ermittlungen unter Beteiligung von Eurojust und Europol gekommen, unter anderem in Ratingen und Langenfeld. Detmolder Staatsanwälte begleiteten die Festnahmen in Estland und im Rheinland. In Düsseldorf, Ratingen und Langenfeld beschlagnahmte die Polizei Beweismittel und sicherte aufgefundenes Bargeld, weitere Vermögenswerte und Betäubungsmittel, sowie eine scharfe Schusswaffe. Im Zuge des Verfahrens sind zudem etwa 300 Bankkonten eingefroren worden.