In Apotheken kann man ab Juli seine Medikamente per E-Rezept erhalten. Foto: pixabay
In Apotheken kann man ab Juli seine Medikamente per E-Rezept erhalten. Foto: pixabay

Berlin. Im Juli starten die ersten Apotheken in Deutschland mit einer neuen Einlöseoption für das E-Rezept: Patientinnen und Patienten benötigen dafür nur ihre Gesundheitskarte, um elektronische Rezepte von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt direkt in der Apotheke einzulösen.

Mit dem geplanten Digitalgesetz soll die verpflichtende Einführung des E-Rezepts festgelegt werden, bereits jetzt kann das elektronische Rezept allerdings genutzt werden. Anfang Juli werden die ersten Apotheken in Deutschland starten, Rezepte mittels elektronischer Gesundheitskarte (eGK) einzulösen. Patientinnen und Patienten benötigen dann nur noch ihre Versichertenkarte, um elektronische Rezepte von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt direkt in der Apotheke einzulösen.

Das geht auch bei verordneten Arzneimitteln im Rahmen einer Videosprechstunde oder bei telefonisch bestellter Folgerezepte. Bis Ende Juli soll ein Großteil der Apotheken in Deutschland bereit sein, Rezepte so entgegenzunehmen. Voraussetzungen dafür sind ein Update der Apothekensoftware und ein Kartenterminal zum Einlesen der eGK am Handverkaufstisch.

Gesetzlich Versicherten stehen damit drei Optionen zum Einlösen eines E-Rezepts zur Verfügung: Gesundheitskarte, E-Rezept-App oder Papierausdruck mit Rezeptcode. Mit dem geplanten Digitalgesetz soll die verpflichtende Einführung des E-Rezepts festgelegt werden, bereits jetzt kann das E-Rezept genutzt werden.

„Der Einlöseweg mit der eGK ist das letzte Puzzlestück, um das E-Rezept alltagstauglich für die Regelversorgung zu machen. Die Zeit bis zur verpflichtenden Einführung sollten die Arztpraxen nutzen, um das E-Rezept in die eigenen Arbeitsprozesse zu integrieren“, erklärt Hannes Neumann, Produktmanager E-Rezept bei der gematik. Seine Empfehlung an Praxen und Apotheken: sich gerade in den ersten Wochen der neuen Einlöseoption mittels eGK kurz auszutauschen. So können die neuen Prozesse gemeinsam erprobt werden.

„Die Praxisteams werden schnell merken, dass das E-Rezept Vorteile und Entlastungen mit sich bringt“, ist sich Hannes Neumann sicher. „Ärztinnen und Ärzte, die bereits umgestellt haben, berichten beispielweise von administrativer Entlastung ihrer MFAs, die keinen händischen Unterschriften mehr hinterherlaufen oder vorbereitete Rezepte sortieren müssen.“ Und es gibt weitere Vorteile: Anrufe und Rückfragen von Apotheken aufgrund nicht lesbarer oder fehlender Angaben auf Rezepten werden reduziert. Patientinnen und Patienten müssen nicht mehr für jedes Folgerezept in die Praxis kommen.