Den 60. Hochzeitstag feierten die Eheleute Feizi Zadeh. Foto: Stadt Erkrath
Den 60. Hochzeitstag feierten die Eheleute Feizi Zadeh. Foto: Stadt Erkrath

Erkrath. Am 7. Oktober 1966 haben sich die Eheleute Feizi Zadeh in Berlin das JJa-Wortgegeben und genau 60 Jahre später hat das Erkrather Paar nun gemeinsam mit Familie, Nachbarschaft und Freunden ihre Diamantene Hochzeit gefeiert.


Auch Bürgermeister Christoph Schultz und Rainer Schlottmann, stellvertretender Landrat des Kreises Mettmann, besuchten die Jubilare in ihrer Wohnung in Alt-Erkrath. Neben herzlichen Glückwünschen im Namen von Stadt und Kreis gab es nicht nur regionale Präsente, sondern auch einen bunten Herbststrauß – Blumen sowie eine gut gefüllte Gießkanne spielten auch beim ersten Treffen von Margit und Djalal eine Rolle.

Mitte der 1960er Jahre wohnten beide im selben Haus in Berlin-Friedenau. Margit, gebürtige Berlinerin und frisch ausgebildete Konfiserie-Fachverkäuferin, lebte mit ihren Eltern im zweiten Stock links. Djalal war für sein Bauingenieursstudium aus Iran nach Deutschland gekommen und wohnte damals zur Untermiete bei Frau Lützow im Erdgeschoss auf der rechten Seite. Die beiden jungen Leute liefen sich zwar gelegentlich über den Weg, doch zu einem Gespräch kam es – sehr zum gegenseitigen Bedauern – aufgrund getrennter Treppenhäuser jedoch nie. Und da Djalal schon errötete, wenn er die junge Margit auch nur auf der Straße traf, war es an der selbstbewussten jungen Frau, sich einen Plan zu überlegen: Denn falls der nette Herr Student aus dem Erdgeschoss beim Blumengießen auf dem elterlichen Balkon „rein versehentlich“ ein paar Tropfen abbekäme, müsste er ja wenigstens mal nach oben schauen…

Margits erster Versuch ging daneben, beim zweiten Anlauf traf sie dafür umso besser: Djalal bekam nicht nur einen ganzen Schwall abgestandenes Wasser, sondern auch einen Haufen Eierschalen ab, die Margits Mutter als Dünger in die Kanne gegeben hatte. „Zujejeben, dit war so nich‘ jeplant und vielleicht nen bisschen unkonventionell, aber det Erjebnis zählt ja wohl!“, räumt Margit lachend ein. Mit etwas Ermutigung von „Mutti Lützow“ kam es dann zu einer ersten Verabredung zum Kino, passenderweise lief „West Side Story“. Und so wurde aus gegenseitiger Zuneigung schließlich Liebe, sodass im Oktober 1966 die Hochzeitsglocken läuteten.

Djalals Eltern waren zunächst nicht begeistert, dass ihr Sohn aus Berlin nicht nur einen Abschluss, sondern auch gleich eine Ehefrau mitbrachte. Doch nach der Geburt der Enkeltochter im Jahr 1968 war der Unmut schnell vergessen. Margit wurde herzlich aufgenommen. Und da Djalal in der elterlichen Textilfirma benötigt wurde, beschloss die Familie nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 1971 ihren Lebensmittelpunkt in den Iran zu verlagern. Acht Jahre lebte die Familie dort, als sich das politische und gesellschaftliche Klima im Vorfeld der islamischen Revolution zunehmend verschärfte und die Schulen geschlossen wurden, kehrte die Familie Ende 1978 nach Deutschland zurück. Djalal machte sich selbstständig, und die Familie zog von Berlin weiter nach Düsseldorf, Neuss sowie Korschenbroich, wo sie rund 30 Jahre verbrachten. Vor einigen Jahren fanden beide schließlich in Alt-Erkrath ein neues Zuhause – in der Nähe ihres Sohnes.

Bürgermeister Christoph Schultz zeigte sich beeindruckt von der Lebensgeschichte des Paares: „Ihre gemeinsame Geschichte zeigt nicht nur, wie politische Verhältnisse das Leben der Menschen beeinflussen, sondern auch, wie man stets das Beste aus schwierigen Situationen machen und daraus sogar Stärke für die Partnerschaft und Familie ziehen kann.“ Das Geheimnis ihrer langen und harmonischen Ehe verraten die beiden gern: „Reden müsst ihr miteinander. Immer. Über alles. Nach einem Streit dürft ihr nicht einfach die Tür zu machen, sondern müsst aufeinander zugehen und einander in den Arm nehmen. Denn: Anders geht es nicht“, so die Jubilare.